BRICS-Staaten gegen die Vorherrschaft des US-Dollars

Russland und China wollen neue Leitwährung schaffen

Grundlage der neuen Leitwährung sollen die Währungen der BRICS-Staaten Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika sein. Der gemeinsame »Währungskorb« soll ein Gegengewicht zum US-Dollar, UK-Pfund und Euro sein.

Eine der tragenden Säulen der Supermacht USA ist die Weltleitwährung US-Dollar. Die herausragende Rolle des Dollar erlaubt es den USA, nahezu unendlich Schulden aufzunehmen und die Finanzmärkte zu dominieren.

Für die Volksrepublik China und die Russische Föderation war die Führungsrolle des US-Dollar als »Reserve Currency« schon immer ein Dorn im Auge.

Der russische Präsident hat auf dem »BRICS Business Forum« nochmals angekündigt, was schon lange in Planung ist: die Schaffung einer neuen Weltleitwährung (siehe Berichte »Business Insider« und »The Gateway Pundit«). Grundlage der neuen Leitwährung sollen die Währungen der BRICS-Staaten Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika sein. Der gemeinsame »Währungskorb«, wie er genannt wurde, solle für besondere Stabilität sorgen.

Der US-Dollar galt lange Zeit als unangefochtene alleinige Reservewährung der Welt. Doch die Zeiten ändern sich. Die Dominanz des US-Dollars im Anteil an den internationalen Währungsreserven nimmt ab. Laut dem Internationalen Währungsfonds (IWF/IMF) versuchen viele Zentralbanken, ihre Bestände in Währungen wie dem Yuan sowie in nicht-traditionellen Bereichen wie der schwedischen Krone und dem südkoreanischen Won zu diversifizieren.

»Dies ist ein Schritt, um die wahrgenommene US-Hegemonie des IWF anzugehen«, erklärt Chris Turner, »Global Head of Markets« bei ING, in einer Mitteilung. »Es wird den BRICS-Staaten ermöglichen, ihre eigene Einflusssphäre und Währungseinheit innerhalb dieser Sphäre aufzubauen.«

Die Schnelligkeit, mit welcher die US-geführte Anti-Russland-Koalition die Sanktionen auch in der Finanzwelt gegen Russland umsetzen konnte, hat den politischen Führungen in Moskau und Peking signalisiert, wie wichtig es ist, die Finanzmacht der USA zu beschränken.

Der chinesische Yuan ist bereits Teil der Währungskörbe vieler westlicher Zentralbanken, die Reserven nicht nur in US-Dollar, sondern auch in Euro, Yen (Japan) und dem britischen Pfund anlegen, um ihre Rücklage diversifiziert zu haben. Nun werden bald auch andere Währungskörbe zur Verfügung stehen.

Die BRICS-Staaten vertreten mehr als 3 Milliarden Menschen. Das sind 42 Prozent der Weltbevölkerung. Die Wirtschaftskraft der BRICS liegt bei etwa 22 Prozent des nominellen Bruttoinlandsproduktes (BIP) der ganzen Welt. Nach Kaufkraftparität entspricht dies sogar einem Anteil von 32 Prozent. Damit kommen sie nahe an die Wirtschaftsleistung der G7-Staaten heran, die zwar mehr Staaten (USA, Kanada, Großbritannien, Deutschland, Japan, Frankreich, Italien), aber nur 11 Prozent der Weltbevölkerung repräsentieren.

Sven von Storch

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