Politische Wende in Großbritannien?

Rupert Lowe bietet Nigel Farage Zusammenarbeit von "Restore Britain" und "Reform UK" an

Der Chef der Partei "Restore Britain", Rupert Lowe, hat am Sonntag in einem Video ein Angebot an Nigel Farage und "Reform UK" gerichtet. Er will Persönlichkeiten und alte Konflikte zurückstellen, um die "patriotische Rechte" zu einen und eine linke Allianz bei der nächsten Wahl zu verhindern.

Richard Lowe


In  einer viral gehenden Video-Botschaft hat der Chef der Partei "Restore Britain", Rupert Lowe, dem Chef der Partei "Reform UK" von Nigel Farage eine neue Form der Zusammenarbeit angebot. Während der letzten Monate waren die beiden Parteien hauptsächlich als Konkurrenten im selben politischen Feld aktiv. Beide, Lowe und Farage, kennen sich länger, waren aber aufgrund politischer Differenzen unterschiedliche Wege gegangen.

Screenshot YouTube – A Public Offer To Nigel Farage – Restore Britain – 2026-08-03

Hintergrund der Spaltung

Lowe war 2024 für "Reform UK" in Great Yarmouth ins Unterhaus gewählt worden. 2025 wurde er aus der Partei ausgeschlossen. Danach gründete er "Restore Britain", eine Partei, die von Elon Musk öffentlich unterstützt wird. Die beiden Seiten hatten seither mehrfach öffentlich gestritten. Lowe warf Reform vor, zu weich beim Thema Migration zu sein. Farage nannte Restore unter anderem eine Ein-Mann-Bewegung mit Social-Media-Account.

Auslöser für das aktuelle Angebot war das Ergebnis bei der Bürgermeisterwahl in Greater Manchester. Restore Britain holte dort über 46.000 Erststimmen und lag vor den Konservativen. Lowe bezeichnete das als Beweis, was seine Partei leisten könne. Nun müsse man persönliche Differenzen beiseite legen, um die Chancen auf echten Wandel zu maximieren.

Die fünf Bedingungen

In dem rund zwölfminütigen Video formulierte Lowe klar: Eine Zusammenarbeit sei nur möglich, wenn man sich auf fünf Grundsätze einige.

Erstens müsse die Massenimmigration nicht nur gestoppt, sondern umgekehrt werden. Alle illegalen Migranten müssten abgeschoben werden: "Ending mass immigration is not enough. The hour is just too late for that. It must be reversed."

Zweitens forderte er die Wiederherstellung der "demografischen Sicherheit". Weiße Briten dürften nicht zur Minderheit werden. Die "Islamisierung" Großbritanniens müsse gestoppt werden. Dazu gehörten Verbote für Burka, Halal und Koscher Schlachtung, Cousinenheirat, Scharia Gerichte und dominierende öffentliche islamische Gebete.

Drittens verlangte er ein freies und faires landesweites Referendum über die Wiedereinführung der Todesstrafe. Die Briten sollen darüber selbst abstimmen dürfen.

Viertens forderte er eine selbstversorgende Wirtschaft. Sozialausgaben müssten massiv gekürzt werden, damit das Land sich verteidigen, ernähren und mit Energie versorgen könne und die Inflation unter Kontrolle bleibe.

Fünftens dürften ehemalige konservative Minister in einem künftigen Kabinett keine Rolle spielen. Namen wie Robert Jenrick oder Suella Braverman würden damit ausgeschlossen.

Lowe betonte, er sei nach den Ereignissen der letzten 18 Monate eigentlich nicht geneigt, dieses Angebot zu machen. Millionen Briten verdienten jedoch eine patriotische Regierung, die das nationale Interesse über persönliche Differenzen stelle. Wenn Farage bereit sei, um ernsthafte Politik, Reformen und Regierung zu arbeiten, dann sei Restore Britain das auch.

Reaktion und Einschätzung

Farage antwortete am Abend auf X. Er erklärte, "Reform UK" sei die einzige Partei, die echten Wandel liefern könne. Für den Sieg gegen die Linke brauche man jedoch auch Unterstützung von Menschen aus anderen Parteien sowie von Millionen, die noch nie gewählt hätten. Voraussetzung sei die gemeinsame Entschlossenheit, die Grenzen wiederherzustellen.

Screenshot X – Nigel Farage Nigel Farage The next election will be an – Nigel Farage – 2026-08-03

Eine direkte Annahme der fünf Punkte oder eine formelle Absage blieb aus.

Beobachter sehen das Angebot unterschiedlich. Einige werten es als Versuch, die zersplitterte Rechte zu einen und die Stimmen rechts von Reform zu bündeln. Andere halten es für eine Falle. Die Bedingungen seien so radikal, dass Farage sie kaum vollständig übernehmen könne, ohne seinen Kurs in Richtung breitere Wählbarkeit zu gefährden. Zugleich setze Lowe "Reform UK" unter Druck und positioniere sich als der konsequentere Akteur.

Lokal gibt es bereits Ansätze von Zusammenarbeit, etwa im "Norfolk County Council". National bleibt die Kluft groß. 

Lowe hat mit Restore Britain in den letzten Monaten an Zustimmung gewonnen und Reform Stimmen auf dem rechten Flügel abgenommen. Ob aus dem öffentlichen Angebot eine echte Kooperation wird, hängt davon ab, ob Farage bereit ist, auf die Kernforderungen einzugehen oder einen eigenen Weg sucht.

Die nächste landesweite Wahl rückt näher, und beide Seiten, "Restore Britain" und "Reform UK" wissen, dass eine gespaltene Rechte den Linken in die Hände spielt.

Sven von Storch

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Kommentare

Wäre es nicht naheliegend, daß es bei uns ganz ähnlich kommt? Daß die AfD in die Rolle von "Restore Britain" schlüpft und der Union ein Angebot macht?

Allerdings scheint Farage mit seiner "Reform UK" sehr viel weniger abhängig von den US-Globalisten zu sein, als Merz. Und UK soll ja auch nicht abgeschafft werden. Statt "Restore Germany" gilt für unsere Politmarionetten "Abolish Germany" ...

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