[Siehe Video mit Interview auf YouTube HIER]
In einem Interview mit dem russischen Fernsehen hat der russische Präsident Wladimir Putin den Westen scharf kritisiert. Das ist kein Wunder und war zu erwarten. Aber was wirft Putin genau dem Westen vor?
Putin wirft den USA und der NATO vor, damals das postsowjetische Russland getäuscht und die Aussicht auf eine echte Partnerschaft bewusst untergraben zu haben.
Im Gespräch mit dem Kreml-Journalisten Pawel Sarubin betont Putin, dass er und viele in der russischen Führung einst an eine kooperative Zukunft mit dem Westen geglaubt hätten. Diese Hoffnung sei jedoch durch die Erkenntnis erschüttert worden, dass Washington und die NATO Russland nie als gleichberechtigten Partner betrachteten.
Putin spricht von gebrochenen Zusagen zur NATO-Osterweiterung und einem Muster strategischer Irreführung, das die Nachkriegspolitik präge. Diese sei eher geprägt von Dominanz-Bestrebungen statt von gegenseitigem Respekt.
Er erwähnt eine Begebenheit aus den 1990er Jahren, als er eine US-Delegation schroff abwies, nachdem ein russischer Grenzsoldat misshandelt wurde. Für ihn war das ein Zeichen nationaler Erniedrigung.
Mit Bezug auf seine historische Rede auf der Münchner Sicherheitskonferenz 2007 wirft Putin dem Westen vor, russische Führer systematisch zu verteufeln, und stellt klar: »Russland wird entweder souverän sein oder es wird nicht existieren.«
Angesichts wachsender Spannungen mit dem Westen und zunehmend verhärteter Positionen ist Putins Botschaft klar: Russland sucht nicht länger nach Verständnis. Es verlangt Respekt.


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