Inzidenz sagt nichts über Krankheitslast aus

Prof. Stöhr_ Inzidenz nicht der richtige Entscheidungsparameter

Der Epidemiologe Klaus Stöhr kritisiert die Orientierung der Corona-Politik der Merkel-Regierung am Inzidenzwert.

Der Epidemiologe Klaus Stöhr kritisiert die Orientierung der Corona-Politik der Merkel-Regierung am Inzidenzwert. In einem Interview mit »n-tv« bezweifelt er, dass die Inzidenz der richtige Entscheidungsparameter für Bekämpfungsmaßnahmen ist.

Derzeit werde die Inzidenz hauptsächlich durch jüngere Menschen nach oben getrieben, von denen nur die allerwenigsten erkranken. Die Inzidenz bei den gefährdeten Senioren sei dagegen viel zu gering, um hart Corona-Maßnahmen zu rechtfertigen.

Stöhr hinterfragt: »Warum soll man bei asymptomatischen oder leichten Erkrankungen, ohne einen nennenswerten Krankheitsverlauf, in einer Stadt nun die Geschäfte schließen bei zum Beispiel 100 Fällen auf 100.000 Einwohner. Das hilft ja nicht, die Krankheitslast zu reduzieren.«

Durch die Massen-Impfung großer Teile der Bevölkerung koppelt sich die eigentliche Krankheitslast von der Inzidenz völlig ab. Dies ist ein Grund mehr, die Inzidenz als entscheidenden Faktor zu werten.

Sven von Storch

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