Es fällt auf, dass immer öfter die Begriffe "Populist" und insbesondere "Rechtspopulist" als Kampfbegriffe zur Diffamierung und Verunglimpfung einzelner Politiker und gewisser Parteien verwendet werden.
Der Grund für die Diskreditierung liegt auf der Hand. Man hat erkannt, dass Begriffe wie Nazi, Rassist oder Fremdenfeind nicht mehr glaubwürdig sind. Nun meint man, im ständigen Wiederholen von "Populist" und "Rechtspopulist" etwas gefunden zu haben, womit man jemanden in ein gewisses Eck stellen kann.
Zurzeit nehmen viele diese Begriffe in den Mund – Politiker, Journalisten und andere –, aber nur wenige verstehen ihre Bedeutung. Dass mit Populus das "Volk" gemeint ist, weiß man, aber das ist dann meist auch schon alles.
Es gibt in Deutschland außer der sogenannten rechtspopulistischen Partei AfD (Alternative für Deutschland) auch eine linkspopulistische, und zwar "Die Linke". Und das ist gut so, wobei letztere niemals linkspopulistisch genannt wird.
Schon die römischen Politiker machten populistische Politik. Sie mischten sich auf den Foren und Märkten usw. unter das Volk (Populus) und hörten zu, was dieses beschäftigt, bedrängt, welche Sorgen es hat, welche Probleme, und griffen so dessen Stimmungen auf.
Aus den daraus gewonnenen Erkenntnisse machten sie ihre Politik für das Volk (Populus) und nicht dagegen. Durch die Nähe zum Volk (Volksnähe) entstand die Absicht, den Willen der Menschen umzusetzen – etwas, worüber sich unsere Eliten und Politiker schon lange keine Gedanken mehr machen. Populismus bedeutet daher, auf die Stimme des Souverän zu hören und nicht, wie viele meinen, dem Volke nach dem Munde zu reden.
Unsere heutigen gewählten Regierungen (Volksvertreter) machen Politik für Eliten, Großkonzerne und sich selbst. Deshalb verlieren sie an Glaubwürdigkeit (Politikverdrossenheit steigend). Populistische Politiker, die im wahrsten Sinne des Wortes für das Volk, also populistisch, regieren, werden gewählt und populär. Auch Künstler, zum Beispiel Sänger, die zu den Menschen und für die Menschen singen, werden populär, werden Popstars/Volksmusiker, sie singen zum/für das Volk.
In diesem Sinne sollten alle Politiker populistisch werden, auch alle Parteien, vertreten in den europäischen Parlamenten, sollten populistische Politik machen.
Also liebe Politiker und Regierenden, regiert für das Volk und nicht dagegen, dann werdet ihr gewählt / wiedergewählt und auch populär werden.
Denn schon der römische Philosoph Seneca sagte: "Glaube mir, die Sprache des Volkes ist heilig."
Gastbeitrag von Karl Amesbauer


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