Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius vertritt schon seit Dienstantritt die Meinung, dass Deutschland wieder aufrüsten müsse. Grund ist wohl Deutschlands zugeschriebene Rolle in derzeitigen und künftigen Konflikten mit Russland.
Vor einigen Wochen erklärte Pistorius im ZDF: »Wir müssen uns wieder an den Gedanken gewöhnen, dass die Gefahr eines Krieges in Europa drohen könnte. Und das heißt: Wir müssen kriegstüchtig werden. Wir müssen wehrhaft sein und die Bundeswehr und die Gesellschaft dafür aufstellen.« [siehe Bericht »Freie Welt«]
Nun werden im Bundesverteidigungsministerium Möglichkeiten ausgelotet, die Wehrpflicht wieder einzuführen. Eine Rückkehr zur Form der Wehrpflicht wie sie vor der Bundeswehrreform war, scheint zwar eher unwahrscheinlich zu sein. Doch scheinen dem Verteidigungsminister anderer Formen vorzuschweben.
So denkt Boris Pistorius über das sogenannte »schwedische Modell« nach. Das würde bedeuten, dass man alle jungen Männer und Frauen mustert, aber nur einen Teil zu einer Art Grundausbildung einzieht [siehe Bericht »Berliner Zeitung«].
Auf jeden Fall sieht Pistorius die Abschaffung der Wehrpflicht rückblickend als Fehler an.
Doch warum braucht Deutschland wieder eine große Armee? Ist Deutschland nicht von befreundeten EU-Staaten umgeben? Hier ist das Gerede um die sogenannte »Zeitenwende« verräterisch. Es liegt der Verdacht nahe, dass man besonders in den USA es gerne sieht, dass sich Deutschland stärker gegen Russland positioniert.


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