Freie Welt: Frau von Storch, Sie kritisieren schon seit längerem die Einseitigkeit in der Berichterstattung der öffentlich-rechtlichen Medien. Gibt es jetzt wieder aktuelle Anlässe?
Beatrix von Storch: Und ob. Gerade jetzt in der Corona-Krise zeigt sich wieder einmal, wie einseitig und unfair berichtet wird. Corona-Hysteriker wie Karl Lauterbach und Grünen-Politiker wie Annalena Baerbock können in den Talk-Shows in Endlosschleife die Gefahr von Corona und Klimakatastrophe an die Wand malen. Andere Meinungen kommen dagegen zu kurz. Kritiker der Lockdown-Maßnahmen oder Vertreter der oppositionellen AfD werden überhaupt nicht in die Talkshows eingeladen. Sie werden gezielt ausgegrenzt.
Freie Welt: Sind ARD und ZDF überhaupt noch wichtig, in Zeiten des Internets?
Beatrix von Storch: Die politischen Talkshows in ARD und ZDF erreichen immer noch ein Millionenpublikum. Über die Talkshows wird in den Printmedien berichtet. Wer in diese nicht eingeladen wird, ist in der Öffentlichkeit weniger präsent. Das ist massiver Wettbewerbsnachteil für die konservative Opposition. Die linken Parteien und insbesondere die Grünen profitieren massiv davon, dass sie so oft eingeladen werden und ohne großen Widerspruch ihr linkes Weltbild verbreiten können.
Freie Welt: Ist das nur Ihr persönlicher Eindruck oder lässt sich das belegen?
Beatrix von Storch: Das lässt sich immer wieder aufs Neue belegen. Während die AfD als größte Oppositionspartei im Bundestag 12,5 Prozent der Bundestagssitze hält, waren nur 1,2 prozent der Politiker in den Talkshows AfD-Repräsentanten. Ganz anders sieht es bei SPD und den Grünen aus. 34 Prozent der Politiker in den Talkshows kamen von der SPD, obgleich diese im Bundestag nur 21,7 Prozent der Abgeordneten stellt. 12,5 Prozent der Politiker in Talkshows waren Grüne, obwohl die Grünen nur 9,5 Prozent der Bundestagsmandate innehaben. Diese Zahlen sind öffentlich und lassen sich auf der Internetplattform Statista von jedem nachlesen.
Freie Welt: Das ist wirklich krass. Hier wird eindeutig Partei ergriffen, im wahrsten Sinne des Wortes.
Beatrix von Storch: Nicht wahr? Und das zu den anstehenden Wahlen! Die politische Einseitigkeit im öffentlich-rechtlichen Fernsehen ist im Wahljahr eine Gefahr für die Demokratie. Und besonders dreist ist: Sie und ich bezahlen für diese Ungerechtigkeit und Indoktrination mit unseren Zwangsgebühren.
Freie Welt: Wir zahlen für unsere eigene Indoktrination.
Beatrix von Storch: Ja, genau. Sehen Sie: Das öffentlich-rechtliche Talkshow-Unwesen ist eine gewaltige Täuschung der Öffentlichkeit. Das, was als offene Diskussion ausgegeben wird, ist eine gesteuerte Debatte mit handverlesenen Gästen, die dieselben politisch korrekten Meinungen immer wieder den Zuschauern einbläuen sollen.
Freie Welt: Was wollen Sie dagegen tun?
Beatrix von Storch: Wir müssen diesen Skandal öffentlich machen. Wir müssen die bürgerliche Basis mobilisieren und von ARD und ZDF eine Erklärung verlangen. Die müssen sich rechtfertigen. Das erreichen wir, indem wir mit unseren Kampagnen die Basis mobilisieren und Aktionen starten, mit denen wir die Sprecher von ARD und ZDF dazu zwingen, Farbe zu bekennen.
Interview mit Beatrix von Storch
Parteinahme des öffentlich-rechtlichen Rundfunks ist Gefahr für die Demokratie
Im öffentlich-rechtlichen Fernsehen wird eindeutig Partei ergriffen: Die Grünen werden bevorzugt und in den Vordergrund gerückt, AfD-Gäste werden nur selten zu Talkshows eingeladen. Vor den Wahlen ist dies ein massiver Eingriff in die Demokratie.
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