Was kommt als nächstes?

Neue Vorwürfe gegen Russland_ Cyberangriffe gegen den Westen

Immer feste drauf auf Russland: Irgendetwas muss ja hängen bleiben. Jetzt soll Russland die internationale IT-Sicherheit bedrohen. Es soll mehrere Cyberangriffe gegeben haben.

Russland ist kein Land der Engel. Putin jedenfalls ist gewiss kein Engel. Aber die Vorwürfe gegen Russland nehmen an Frequenz derart zu, dass man kaum noch hinterherkommt: Ukraine, Syrien, Einmischung in den US-Wahlkampf, Agentenmorde, und nun auch Cyberangriffe.

Nach Medienberichten (Süddeutsche, n-tv, Zeit-Online) werfen London und Washington den Russen vor, hinter den jüngsten Cyberangriffen auf Knotenpunkte des Internets zu stehen. Es handele sich um großflächige Angriffe, die auch Privatnutzer betreffen könnten. Hauptziele der Attacken seien, so wird berichtet, Installationen wie Router, Switches und Firewalls. Betroffen seien sowohl Regierungsorganisationen als auch Nichtregierungsorganisationen (NGOs). Die Angriffe hätten wohl über längere Zeiträume stattgefunden. Moskau hat dazu noch nicht Stellung bezogen.

Was ist davon zu halten?

Die Einseitig der Kritik an Russland ist so leicht zu durchschauen wie eine Glaswand. Jeder weiß, wie in den USA die NSA weltweit die Daten überwacht, wie die USA und Großbritannien von Anfang an in der Ukraine und in Syrien mitgemischt haben. Für jeden ist klar geworden: Wir leben in einer Art »Kalten Krieg«, in dem sich Russland und der Westen gegenseitig an allen denkbaren Nebenkriegsschauplätzen das Leben schwer machen. In unseren Medien klingt das allerdings so, als würde nur Russland der Übeltäter sein und der Westen immer nur als eine Art Polizist reagieren. Das ist so, als würde man bei einem Tennisspiel die Kamera immer nur auf einen Spieler richten und den anderen ausblenden. Fragt sich nur, wer den Ball ständig zurückspielt.

Russland, China, Großbritannien und die USA wissen, dass jedem neuen Konflikt ein Cyberkonflikt vorausgeht. Dementsprechend haben all diese Staaten Spezialisten, die sich tagein und tagaus damit beschäftigen. In China und den USA sollen es Zehntausende sein. Hinter den Kulissen findet bereits ein Cyberkonflikt statt, bei dem jeder versucht, dem anderen in die Karten zu schauen, ohne selbst dabei entdeckt zu werden.

Sven von Storch

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