Aserbaidschans Präsident zu Besuch in Berlin

Neue Pläne von Merz: Jetzt soll uns das Erdgas und Erdöl aus Aserbaidschan retten

Weil Russland boykottiert wird, Katar vom Iran beschossen wird und US-LNG-Edgas extrem teuer ist, sucht Deutschland verzweifelt nach Auswegen. Friedrich Merz verkauft uns nun Aserbaidschan als Notlösung.

Friedrich Merz


Wir erinnern uns. Über Jahrzehnte profitierte Deutschland von der Kernenergie und von billigem Erdgas und Erdöl aus Russland.

Die Kernkraftwerke gibt es nicht mehr. Und das Erdgas aus Russland bekommen wir auch nicht mehr, wegen der Sanktionen und wegen der Sprengung von Nord Stream. 

Dann war die Idee, dass die Amerikaner uns mit LNG-Flüssigerdgas aus Fracking-Förderung beliefern − die teuerste und umweltschädlichste Form des Erdgasimportes. Doch die Amerikaner brauchen angesichts der Energiekrise durch den Iran-Krieg sehr viel von ihrem Erdgas und Erdöl selbst, um die Preise zu regulieren.

Vor drei Jahren war der grüne Wirtschaftsminister Robert Habeck nach Katar gereist und machte dort den Kotau vor dem Regime, denn Katar hat im Persischen Golf das größte Erdgas-Feld der Welt, das es sich mit dem Iran teil.

Doch Katar wird nun vom Iran aus beschossen. Und die Meerenge von Hormus ist wegen des Krieges nur bedingt durchquerbar.

Merz empfängt Regierungschef aus Aserbaidschan

Nun soll also Aserbaidschan unser Rettungsanker sein. Das Land am Kaspischen Meer verfügt über einen reichlichen Überschuss an Erdöl und Erdgas aus den Feldern bei Baku. Das waren die Felder, die schon die Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg zu erreichen suchte, um das Dritte Reich mit Erdöl zu versorgen.

Am Dienstag hat Bundeskanzler Friedrich Merz den amtierenden Präsidenten von Aserbaidschan, Ilham Alijew, in Berlin empfangen. 

Friedrich Merz sagte gegenüber der Presse: "Seitdem wir vor viereinhalb Jahren die Gaslieferungen aus Russland gestoppt haben, suchen wir natürlich nach neuen Bezugsquellen – und hier spielt Aserbaidschan eine wichtige Rolle."

Merz erklärte, Aserbaidschan sei "für uns ein interessantes Partnerland, wenn es darum geht, die Energieversorgung in Deutschland sicherzustellen."

Aserbaidschan ist keine sichere Karte im geostrategischen Kampf um Rohstoffe

Allerdings gibt es ein Problem: Aserbaidschan liegt zwischen dem kriegführenden Russland im Norden und dem kriegführenden Iran im Süden. Die Türkei, durch die die Pipelines gehen, ist ebenfalls ein Land inmitten einer Krisenregion. Außerdem ist China an dem Erdgas und Erdöl aus Aserbaidschan interessiert.

Ob da auf Aserbaidschan Verlass sein wird? Deutschland hat kaum eine andere Wahl, denn in seiner ideologischen Engstirnigkeit hat sich Deutschland eine Lage mit wenigen Optionen hineinmanövriert.

Sven von Storch

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Kommentare

Ekkehardt Fritz Beyer

22.07.2026 | 10:21

... „Weil Russland boykottiert wird, Katar vom Iran beschossen wird und US-LNG-Edgas extrem teuer ist, sucht Deutschland verzweifelt nach Auswegen. Friedrich Merz verkauft uns nun Aserbaidschan als Notlösung.“...

Weil entsprechende Lieferungen aus den USA zum Nachteil Russlands vertraglich absolut zuverlässig(?) gewährleistet sind? https://germany.representation.ec.europa.eu/nachrichten-und-veranstaltungen/pressemitteilungen/das-eu-us-handelsabkommen-erlautert-energieaspekte-2025-07-31_de

Ja mei: Wenn das mal gutgeht!!! https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/usa-so-will-trump-den-freien-handel-aushebeln-1.3397322#:~:text=So%20will%20Trump%20den%20freien%20Handel%20aushebeln

Spitzt es sich nicht längst gewaltig zu???https://rtde.team/meinung/286463-und-ploetzlich-geht-hier-nichts/

Glass Steagall Act

22.07.2026 | 11:32

… wie soll das Öl und das Gas nach Deutschland kommen? Es gibt keinen Seeweg! Sobald es durch andere Länder fließt, werden die ihren Anspruch geltend machen! Also ein dumme Idee!

Russland ist unser Lieferant und kann durch die verbliebene Nordstream-Pipline (nach Dr. Markus Kralls Rechnung) immer noch 40% der deutschen Haushalte versorgen! Was wollen wir in Aserbaidschan? Merz ist mal wieder auf Irrwegen!

"Ideologische Engstirnigkeit"?

Nennen wir doch das Kind beim Namen und reden von "feiger Unterwerfung unter das Diktat einer deutschfeindlichen Fremdherrschaft"!

Else Schrammen

22.07.2026 | 14:45

Und der Canab Prezident Alijew aus Baku ist ja auch soooo viel demokratischer als der böse Putin in Moskau. Ein wahres Herzchen, das nach den Türken damals die Armenier jetzt ausrotten will!

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