Die mahnende Worte der Kanzlerin klangen so drastisch, als würde sie die Bürger mental auf eine Art Katastrophenszenario oder Krieg vorbereiten. Die Bürger sollen zu Hause bleiben, möglichst viele Kontakte meiden, große Feiern unterlassen, den Wohnort möglichst nicht verlassen: Kanzlerin Angela Merkel fordert von den Bürgern schwere Verzichte, denn Deutschland sei in einer »sehr ernsten Lage«, es stünden »schwierige Monate« bevor, aber der »schwere Verzicht« sei notwendig.
Die Ansagen und Beschlüsse der Ministerpräsidenten und Länderregierungen sind der Kanzlerin nicht hart genug. Es reiche nicht, meint sie. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder stimmt in den Chor mit ein. Er sieht die Lage als »hochgefährlich« an, es drohe in einigen Regionen der »Kontrollverlust«, man dürfe die Coronavirus-Krise nicht kleinreden.
Außerdem fordern die Kanzlerin und die Ministerpräsidenten die strickten Befolgungen der Maskenpflicht und Hygieneregeln, auch und besonders in den nächsten Monaten. Als Grundlage für diese Panikmache werden, wie immer, die Zahlen des Robert-Koch-Instituts (RKI) herangezogen. Doch, ebenfalls wie immer, sind Infektionszahlen nicht identisch mit den Erkrankungszahlen. Es geht einfach um positive Tests. Es wird behauptet, es gebe mehr Infektionszuwachs als im Frühjahr, aber es wird nicht erwähnt, dass die Testkapazitäten auch sehr viel größer sind.


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