Regierungen agieren mit wechselseitigen Vorwürfen

Nach IS-Terror-Anschlag in Moskau wächst Gefahr der Eskalation

Nach dem grausamen Terroranschlag in Moskau mit mehr als 130 Toten und über 150 Verletzten wächst die Gefahr einer Eskalation. Klar ist, dass sich der Islamische Staat (IS) mehrfach dazu bekannt hat. Doch Russland schließt die Ukraine im Hintergrund nicht aus. Selenski wirft Putin Unterstellung vor.

Die festgenommenen Tatverdächtigen und die Bekenner-Videos des Islamischen Staates (IS) bzw. seiner Untergruppe »Khorasan« mit einschlägigen Filmszenen vom Geschehen machen es sehr wahrscheinlich, dass es tatsächlich ein islamistischer Anschlag ist.

Nach aktuellem Stand wurden mindestens elf Verdächtige festgenommen. Vier gelten als gesicherte Teilnehmer der Terroraktion. Bei ihnen soll es sich um die Todesschützen handeln.

Doch war es ein isolierter Anschlag der Islamisten? Oder kooperierten sie mit einer anderen Macht?

Die USA hatten Mokau angeblich vor einen möglichen Terroranschlag gewarnt. Wussten sie mehr?

Putin sprach davon, dass für die Terroristen ein Schlupfloch an der Grenze zur Ukraine offen gehalten wurde. Seiner Schilderung nach könnte ein Zusammenhang zwischen den Islamisten-Terroristen und der Regierung in der Ukraine bestehen.

Die Ukraine bstreitet solche Verbindungen vehement. Selenski wirft Putin vor, die Schuldigen an der falschen Stelle zu suchen.

Ist es Rache für die russischen Militär-Operationen in Syrien, die maßgablich zum Zusammenbruch des Islamischen Staates in Syrien und im Nordirak beitrugen und das Regime von Bashar al-Assad in Damaskus unterstützten?

Es gibt viele Möglichkeiten.

Der frühere Berater von Donald Trump, Oberst der US-Streitkräfte Douglas McGregor, vermutet die Beteiligung der amerikanischen CIA und des britischen MI6 an dem Terroranschlag auf das Rathaus von Crocus:

»Die Täter des Angriffs versuchten, in die Ukraine zu fliehen und stehen in direkter Verbindung zu den auf der Seite der Ukraine kämpfenden Islamisten. Waren sie vom IS oder nicht? Ich habe keine Ahnung, aber es besteht kaum ein Zweifel daran, dass MI6 und die CIA beteiligt waren.«

Der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses, Michael Roth (SPD), ist der Meinung, dass man Russland nach den Terroranschlägen bei Moskau keine allzu große Opferrolle zukommen lassen sollte.

Gegenüber der BILD am Sonntag äußerte er im Russland-kritischen Ton: »Unser Mitgefühl gilt den vielen unschuldigen Opfern in Moskau. Dennoch dürfen wir nicht vergessen, dass Russland selbst ein Terrorstaat ist, der auch vergangene Nacht wieder die ukrainische Zivilbevölkerung mit Raketen- und Drohnenangriffen terrorisiert hat. Wer Terror sät, wird Terror ernten.«

Klar ist, dass der Kreml daraus einen Vorteil zu schlagen versuchen wird. Der Angriff kann als eine Art 9/11 interpretiert werden und so die Begründung für die Ausweitungen von Militäroperationen geben.

Sven von Storch

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