Es wäre das wichtigste Zeichen von Muslimen in Deutschland und Europa, nämlich endlich Farbe zu bekennen und lautstark öffentlich gegen den Terrorismus der Fundamentalisten Stellung zu beziehen. Doch wie schon zuvor in England und Frankreich halten sich wichtige Muslime und Islamverbände verdächtig zurück. Das schafft kein Vertrauen, sondern weckt Unverständnis.
Am Samstag sollen in Köln Demonstrationen gegen den radikalen Islamismus und gegen Terrorismus stattfinden. Viele Muslime haben zugesagt. Doch ausgerechnet DITIB, der größte Islam- und Moscheenverband in Deutschland, hat abgesagt, wie unter anderen RT und der Tagesspiegel berichteten.
DITIB hat 896 Ortsgemeinden und seinen Hauptsitz in Köln. Dort ist auch die Zentralmoschee des Islamverbandes.
Als Begründung wurde unter anderen angegeben, während des Fastenmonats Ramadan tagsüber nicht demonstrieren zu dürfen. Außerdem würden die Forderungen nach muslimischen Anti-Terror-Demos die Muslime stigmatisieren und den Terrorismus auf sie verengen, hieß es seitens des Moscheenverbandes.
2014 hatte der Ramadan bei solchen Fragen anscheinend noch keine Rolle gespielt. Damals beteiligte sich DITIB an Demonstrationen gegen das israelische Vorgehen im Gaza-Streifen.
Die Entscheidung von DITIB hat landesweit zu scharfer Kritik geführt. DITIP war bereits zuvor scharf kritisiert worden, weil dort moderate und weltoffene Kräfte systematisch ausgegrenzt werden.


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