Neben allerlei wirtschaftlichen und akademischen Partnerschaften zwischen Sachsen und Ägypten geht es Ministerpräsident Michael Kretschmer vor allem darum, Wege der regulären Arbeitsmigration aus Ägypten nach Sachsen auszuloten. Dazu will er das Ägyptisch-Deutsche Zentrum für Jobs, Migration und Reintegration in Kairo besuchen [siehe Bericht der »Zeit« mit Bezug auf eine dpa-Meldung].
Die sächsische AfD kritisiert diesen Vorstoß. Der wirtschaftspolitische Sprecher der sächsischen AfD-Fraktion, Frank Peschel, erklärte dazu:
»In Südwestsachsen stehen in der Autoindustrie 20.000 Arbeitsplätze auf der Kippe. Die Auslastung der chemischen Industrie in Sachsen mit 8.000 Beschäftigten liegt nur noch bei 70 Prozent.
Und: Gefühlt täglich müssen weitere Unternehmen Insolvenz anmelden. Aktuell betrifft das zum Beispiel die HeiterBlick GmbH aus Leipzig – ein Unternehmen mit hundertjähriger Geschichte und 250 Mitarbeitern.
Sachsen steckt folglich in einer schweren Wirtschaftskrise mit derzeit leider immer weiter steigender Arbeitslosigkeit. Wie man in einer solchen Situation auf die Idee kommen kann, zusätzliche Arbeitskräfte aus Ägypten anheuern zu wollen, erschließt sich mir in keiner Weise.
Ich habe große Zweifel daran, dass CDU-Ministerpräsident Michael Kretschmer hochqualifizierte Fachkräfte in Ägypten findet. Viel größer ist die Gefahr, dass weitere geringqualifizierte Personen in unseren Sozialstaat einwandern.«


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