Wer in Deutschland lebt und dort seinen Lebensunterhalt verdient, der muss damit rechnen, dass vom Bruttogehalt rund die Hälfte an Steuern und Abgaben abgezogen werden. Das Netto-Auskommen fällt entsprechend dürftig aus.
Doch die neueste Studie der OECD, welche die aktuellen Daten aller 36 Mitgliedsstaaten verglichen hat, kommt zu dem Ergebnis: Deutschland ist mittlerweile zum Spitzenreiter aufgestiegen und hat sogar Belgien überholt [siehe Berichte »WELT« und »Tichys Einblick«].
Selbst in den Sozialstaaten Skandinaviens bleibt mehr Netto vom Brutto übrig. Besonders krass fällt der Unterschied zu den USA oder zur Schweiz aus. Aber auch in Japan oder Südkorea wird weniger vom Gehalt abgezogen.
Diese neuen Erkenntnisse stehen insbesondere deshalb im Rampenlicht, weil durch die Maßnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus und zur Überwindung der volkswirtschaftlichen Schäden weitere Steuererhöhungen nicht ausbleiben werden. Selbst ohne Corona-Krise lässt die Diskussion um neue Steuern nicht nach.
Auch wenn die hohe Abgabenlast mit dem Sozialstaat begründet wird, so ist sie dennoch nicht sozial, denn gerade Geringverdiener mit Kindern werden im Verhältnis zum geringen Einkommen stark belastet. In vielen anderen OECD-Staaten werden sie deutlich weniger belastet.


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