Fast alle Virologen und Epidemiologen weltweit haben Zweifel an den offiziellen Zahlen geäußert, die uns über die mit SARS-CoV-2 Infizierten und an COVID-19 verstorbenen Personen in China mitgeteilt werden.
Auch Professor Drosten von der Charité in Berlin hatte Zweifel geäußert, dass die Epidemie in China nahezu komplett besiegt sein könnte. Viele Experten sagen sogar, dass es eigentlich unmöglich sei, dass in dem großen Land mit 1,4 Milliarden Menschen, in dem sich das Coronavirus nachweislich über alle Provinzen ausgebreitet hat, dieses nun komplett ausgerottet sei.
In einem aktuellen Bericht der »Süddeutschen Zeitung« werden weitere Hinweise gebracht, die auf falsche Zahlen hindeuten. In den offiziellen Statistiken sollen die chinesischen Behörden zuletzt Patienten außer acht gelassen haben, die zwar positiv auf das Virus getestet wurden, aber symptomlos waren, berichtet die Zeitung. Dies soll mindestens 1651 Personen betreffen.
Besonders in der Provinz Hubei und ihrer Hauptstadt Wuhan könnten die Todeszahlen deutlich höher liegen als offiziell angegeben. So sollen in der kritischen Phase sehr viel mehr Personen verbrannt und in Urnen bestattet worden sein als üblich. Ausgehend von der hohen Urnen-Bestattungszahl gibt es Schätzungen, dass in der Stadt bis zu 46.000 Menschen an dem Virus verstorben sein könnten.
Zweifel an den offiziellen Statistiken hatten viele chinesische Bürger selbst geäußert. So wurde von Chinesen im Internet immer wieder berichtet, dass im Umfeld positiv auf SARS-CoV-2 getestete Personen nicht in den Statistiken mitgezählt würden. Aus Wuhan wurde berichtet, das viele Fälle nicht mitgezählt wurden, weil es offenbar Probleme mit den Tests gab.
Die Regierung in Peking lenkt nun ein. Der chinesische Ministerpräsident Li Keqiang (Foto) hat eine Mahnung an die Lokalregierungen der Provinzen ergehen lassen. In ihr fordert er die lokalen Behörden dazu auf, weiterhin Neuinfektionen zu melden und auch Menschen ohne Symptome zu testen. Denn die könnten trotzdem ansteckend sein. Ein Mitglied der nationalen Gesundheitskommission in Peking versicherte am Dienstag, dass von April an auch asymptomatische Fälle wieder mit in die offizielle Statistik aufgenommen würden.
Damit fällt auch die jüngste chinesische Propaganda in sich zusammen, dass aktuell nur noch Ausländer das Virus ins Land einschleppen würden. Selbst wenn es stimmen sollte, dass China die Epidemie im Groben gebremst habe, so ist dort das Virus noch lange nicht besiegt.


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