Interview mit dem bayerischen AfD-Landtagskandidaten Markus Walbrunn

Markus Walbrunn_ Wir brauchen an Schulen Wissensvermittlung statt Indoktrination

»Über Eltern und Schüler erreichen mich besorgniserregende Schilderungen von links-grüner Indoktrination an unseren Schulen. Schüler werden dazu gedrängt, sich an Aktionen von Klimaextremisten zu beteiligen oder bereits in jungen Jahren durch die irren Auswüchse der Genderideologie frühsexualisiert.«

Markus Walbrunn (AfD) ist ehrenamtlicher Stadtrat der Landeshauptstadt München, Kreisvorsitzender München West/Mitte, Stellv. Vorsitzender im Bezirksvorstand Oberbayern und Kandidat für die Landtagswahl in Bayern.

Freie Welt: Die AfD erreicht in Umfragen sehr hohe Stimmenanteile, spüren Sie diesen Zuspruch auch im Wahlkampf?

Markus Walbrunn: Die hohen Umfragewerte erfahren wir in München tagtäglich und in durchaus ambivalenter Art und Weise. Naheliegend, natürlich in Form von positiven Rückmeldungen an den Infoständen, Kundgebungen und in den sozialen Medien.

Allerdings motiviert der breite Zuspruch auch die Gegenseite. Noch nie wurden Plakate in diesem Ausmaß zerstört, wie im laufenden Wahlkampf. Auch Störaktionen von Linksextremisten an Infoständen haben im Vergleich zur letzten Bundestagswahl merklich zugenommen.

Insgesamt bleibt jedoch ein positiver Eindruck. Man wird ernst genommen und beachtet. Jeder hat eine klare und immer häufiger positive Meinung zu unserer Partei, wobei besonders auffällt, dass immer mehr Deutsche mit Migrationshintergrund sich zur AfD bekennen.

Freie Welt: Was sind die wichtigsten Landesspezifischen Themen?

Markus Walbrunn: Bundes- und Landespolitik lassen sich dieser Tage kaum trennen. Was die Menschen auf allen Veranstaltungen umtreibt, sind die aus dem Ruder laufende Migration sowie die immer weiter steigenden Lebenshaltungskosten. Auch wenn wesentliche Weichenstellungen diesbezüglich auf der Bundes- und EU-Ebene getroffen werden, wünschen die Menschen vor allem hierzu Antworten.

Es bestehen jedoch auch relevante Schnittmengen, etwa im Bereich der Bildungs- und Wohnbaupolitik. Selbstverständlich registrieren und missbilligen die Menschen die erheblichen Probleme, die in Klassenverbänden mit teilweise über 60 Prozent Kindern mit Migrationshintergrund auftreten oder den Umstand, dass der soziale Wohnungsbau, zu einem überwiegenden Teil, nur noch der Unterbringung minder qualifizierter Armutszuwanderer dient.

Freie Welt: Wenn die AfD in Bayern die Regierung stellen würde, was würden sie als erstes ändern?

Markus Walbrunn: Über Eltern und Schüler erreichen mich besorgniserregende Schilderungen von links-grüner Indoktrination an unseren Schulen. Schüler werden dazu gedrängt, sich an Aktionen von Klimaextremisten zu beteiligen oder bereits in jungen Jahren durch die irren Auswüchse der Genderideologie frühsexualisiert.

Um eine freie und unbeschadete Entwicklung der Identität unserer Kinder sicherzustellen, müsste eine AfD-Landesregierung in diesem Bereich sofort tätig werden. Lehrpläne und Lehrmaterialien wären systematisch zu überprüfen und wo nötig anzupassen, sowie dem Politaktivismus einzelner Lehrer in den Schulen ein Riegel vorzuschieben.

Weitere dringende Aufgaben im Bereich des Bildungswesens, wäre die Wiederherstellung von Wissensvermittlung und elementaren Leistungsprinzipien. Allesamt Aspekte der Bildungspolitik, die in den vergangenen Jahren zunehmend zugunsten einer allgemeinen Gleichmachung eingeebnet wurden.

Freie Welt: Ministerpräsident Markus Söder will Kernkraftwerke länger laufen lassen und fordert striktere Grenzkontrollen. Wie glaubwürdig ist das in Ihren Augen?

Markus Walbrunn: Markus Söder ist für seine opportunistischen Wahlkampfvolten bekannt. Dies zeigt sich gerade auch im Bereich der Kernkraft. Als Umweltminister stellte er einst noch seinen Rücktritt in Aussicht, würde die Union nicht am Ausstieg aus der Kernenergie festhalten. Bei Söders neu entdeckter Liebe zum sicheren und bezahlbaren Strom aus Kernkraftwerken, handelt es sich nur um einen weiteren offensichtlichen Versuch, sich als oppositionelle Kraft gegen eben jene Berliner Politik zu profilieren, die er selbst über Jahre vertreten hat.

Jenseits dieses konservativen Irrlichterns im Wahlkampf, steht Söder jedoch für ein Politik ganz in der Tradition Angela Merkels. Entsprechend unglaubwürdig, müssen auch seine Forderungen nach strengeren Grenzkontrollen gesehen werden. Diese wird es nur durch starke AfD-Ergebnisse im Bund und den Ländern geben.

Freie Welt: Hätte ein Wahlerfolg der AfD im CSU-Land Bayern auch Auswirkungen auf die Bundesebene?

Markus Walbrunn: Mit Sicherheit. Zum einen wäre es ein weiteres Signal der Stärke der AfD. Die AfD agiert in Bayern immerhin unter erschwerten Bedingungen, wird doch die CSU als konservativer »Sidekick« der CDU wahrgenommen. Hinzu kommen besonders auf dem Land starke Freie Wähler, die zwar in zahlreichen Positionen sogar links der CSU einzuordnen sind, was allerdings aufgrund des ausgeprägten Lokalkolorits ihres Spitzenkandidaten Aiwangers gerne übersehen wird.

Abgesehen von einem solchen Zeichen der Stärke, gibt es noch einen weiteren Aspekt, der Beachtung verdient. So ist davon auszugehen, dass eine durch die AfD und Freien Wähler geschwächte CSU noch panischer auf die Wahlrechtsreform im Bund reagieren dürfte. Die CSU sähe sich erneut und vehement mit der Frage konfrontiert, ob sie zu einer regionalen Splitterpartei à la Bayernpartei oder einem Landesverband der CDU verkommt. Beides Optionen mit unabsehbaren Folgen für das Parteiensystem der Bundesrepublik.

Sven von Storch

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