Während die deutschen Mainstream-Medien die Sea-Watch-Kapitänin Carola Rackete wie eine Heldin feierten, hatte die »Neue Zürcher Zeitung« (NZZ) kritische Töne für die waghalsigen Aktionen der Kapitänin gefunden und ihr die Missachtung der italienischen Staatsautorität vorgeworfen. Dies ist ein Beispiel, wie die »NZZ« die Einheitspropaganda durchbricht. Hans-Georg Maaßen hatte daher lobende Worte für die »NZZ« übrig. Die deutschen Mainstream-Journalisten reagierten verärgert.
»Neue Zürcher Zeitung« als Kontrastprogramm zu »Spiegel«, »Zeit« und »Süddeutsche Zeitung«
Bei vielen Themen agieren die deutschen Mainstream-Medien fast unisono im Gleichklang. Das liegt an den Richtlinien des Deutschen Presserates. Das liegt aber auch daran, dass viele Zeitungen, Verlage und Medien zu wenigen Konzerne gehören, die die Narrative für die Berichterstattung vorgeben. Ebenso im Einheitsbrei vertreten ist der Öffentlich-Rechtliche Rundfunk (ARD, ZDF, Deutschlandfunk). Gegenwind gibt es nur von den sogenannten alternativen Medien, die über das Internet für andere Sichtweisen eintreten.
Umso gereizter und getroffener regieren die deutschen Mainstream-Medien, wenn ein deutschsprachiges Medium, das weltweit für seine Seriosität bekannt ist, aus der Reihe tanzt und Dinge und Probleme klar beim Namen benennt. Gemeint ist natürlich die weltbekannte »Neue Zürcher Zeitung«, kurz »NZZ«. Seitdem der ehemalige Verfassungsschutzpräsident Hans-Georg Maaßen diese Zeitung als Quelle objektiver Berichterstattung in Zeiten der Propaganda à la DDR hervorgehoben hat, ist die deutsche Konkurrenz sichtlich verärgert [siehe Bericht »Basler Zeitung«].
Wenn die »NZZ« das neue »Westfernsehen« ist, dann sind die großen Leitmedien des deutschen Mainstreams äquivalent mit dem DDR-Rundfunk. Tatsächlich gibt es immer mehr Menschen, die so empfinden. Sehr zum Verdruss der deutschen Mainstream-Journalisten. Diese reagieren in den sozialen Netzwerken des Internets empört und werfen der »NZZ« gar eine Nähe zum Rechtspopulismus vor.
Die »NZZ« reagierte gelassen. Ihr Chefredakteur sieht hier lediglich eine Schärfung des Profils.


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