Der ehemalige Staats- und Parteichef sowie Präsident der Volksrepublik China, Hu Jintao, Vorgänger von Xi Jinping, wurde am Samstag vor der ganzen Weltöffentlichkeit vorgeführt und gedemütigt.
Der Vorfall beim Abschluss des Kongresses der Kommunistischen Partei Chinas in Peking war so bemerkenswert, dass die internationale Presse davon weit und breit berichtete [siehe Berichte hier, hier, hier und hier].
Offensichtlich gegen seinen Willen wurde Hu Jintao, der direkt neben Xi Jinping saß, von zwei Ordnungshütern behutsam aber bestimmend aus dem Saal geführt. Hu war sichtlich überrascht und weigerte sich zunächst aufzustehen. Beim Abführen sagte er noch kurz etwas zu Xi Jinping und zum Ministerpräsidenten Li Keqiang, berührte beide an der Schulter. Doch sie regierten schroff mit kurzen Bemerkungen. Was genau gesagt wurde ist unbekannt.
Quellen aus China berichten, dass die Zensoren in der Volksrepublik bereits dabei seien, das Internet von jüngsten Nachrichten rund um die Person von Hu Jintao zu reinigen.
Hu Jintao steht für ein überholtes Regierungsmodell, das auf zeitlich begrenzte Amtszeiten und Kooperation der Institutionen setzte. Xi Jinping hat einen weitaus autoritäreren Führungsstil. Er lässt sich Schritt für Schritt zum Autokrat auf Lebenszeit aufbauen.
Es wirkt, als ob mit dem alten Modell aufgeräumt wird. Und es sieht so aus, als ob damit ein Schritt getan wurde, alte Netzwerke zu zerstören und interne Machtkämpfe beizulegen.


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