Es gibt zu wenig LNG-Schiffe

LNG_ Habecks Flüssiggas-Pläne brechen wie ein Kartenhaus zusammen

Die Krise spitzt sich zu. Und die Regierung verliert einen Rettungsanker nach dem anderen. Jetzt brechen auch Habecks LNG-Pläne zusammen.

Flüssiggas – »Liquefied natural gas« (LNG) – war der Rettungsanker, an dem sich unser grüner Wirtschafts- und Energieminister Robert Habeck festklammerte. Wenn das Gas aus Russland nicht mehr ausreicht, weil Deutschland Putin sanktionieren will oder Russland mit seinen Maßnahmen zuvorkommt, sollte mehr LNG aus dem Ausland kommen. Die Amerikaner hatten dafür mächtig Lobby-Arbeit betrieben, um ihr Fracking-Gas als LNG nach Deutschland zu exportieren.

Doch nun stellt sich heraus, dass das alles ein Luftschloss ist. In Texas sind wichtige LNG-Terminals außer Betrieb, so dass die Lieferungen aus den USA noch Monate brauchen, falls sie überhaupt jemals ankommen. Katar ist noch nicht so weit, außerdem hat das kleine Scheichtum am Persischen Golf noch eine lange Liste anderer Kunden, die ebenfalls drängen. Da hilft auch nicht die peinliche Unterwerfungsgeste von Habeck in Katar.

In Norwegen droht ein Streik der Öl- und Gasarbeiter, so dass weitere 13 Prozent des Gas-Imports für die EU-Länder wegfallen. Und außerdem sind die LNG-Terminals in Deutschland noch nicht so weit.

Nun droht neues Ungemach: Die deutschen Reeder haben erklärt, dass die deutschen Wirtschaftsflotten gar keine geeigneten Schiffe haben, um LNG über längere Strecken zu transportieren [siehe Bericht »Focus«].

Und die Schiffe ausländischer Reedereien? Gibt es nicht weltweit rund 500 LNG-Schiffe? Das stimmt. Doch die sind bis zur Unterkante ausgebucht, weil andere Länder ebenfalls erhöhten Bedarf an LNG haben. Deutschland ist ja nicht alleine auf dem Weltmarkt.

Und nun? Ach, hätte Deutschland nicht Nordstream 2 abgestellt...! Hätte Deutschland noch all seine Kernkraftwerke...! Hätte Deutschland noch die volle Kohleenergie...! Hätten die Deutschen eine andere Energie-Politik betrieben...! Die Merkel-Regierung, die Scholz-Regierung und die Lobbyisten im Hintergrund haben das Land in diese Krise manövriert. Nicht Putin. Er hat nur den Wunden Punkt getroffen.

Sven von Storch

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