Empörung aus Peking, Freude in Taipeh

Litauen stellt sich gegen KPCh_ Taiwan bekommt diplomatische Vertretung in Europa

Litauen hat Mut und behandelt Taiwan wie einen eigenen Staat: Taiwan hat die erste volle diplomatische Vertretung in der EU. Das kommunistische Regime in Peking reagiert empört.

Während die meisten Länder sich dem Willen der Kommunistischen Partei Chinas (KPCh) beugen, wagt Litauen den offenen Affront und behandelt Taiwan wie einen eigenen Staat.

Die Republik Taiwan (ehemals »Republik China« genannt) hat in Litauen die erste volle diplomatische Vertretung in der EU eröffnet [siehe Bericht »n-tv«]. Man vermeidet das Wort »Botschaft« und spricht zurückhaltend von einer »Vertretung Taiwans«.

Das kommunistische Regime in Peking reagiert empört. Die KPCh betrachtet die Insel Taiwan als abtrünnige Provinz. Xi Jinping hatte angekündigt, dass die VR China nicht von der Ein-China-Politik abweichen werden und es zu einer Wiedervereinigung komme, friedlich oder mit Gewalt. Außenamtssprecher Zhao Lijian erklärte: »China lehnt jede Form formeller Beziehungen zwischen anderen Ländern und Taiwan ab und fordert die baltische Nation auf, dem Ein-China-Grundsatz zu folgen.«

Insgesamt gibt es rund 15 Länder auf der Welt, die Taiwan als Staat voll anerkennen. Die anderen Staaten nehmen Rücksicht auf Peking und pflegen nur informelle diplomatische Beziehungen mit Taiwan.

Sven von Storch

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