Rassismus, Hass, Xenophobie (»Angst vor Fremden«), Homophobie (»Angst vor Schwulen und Lesben«), Transphobie (»Angst vor Transsexuellen«) – all diese Vorwürfe müssen sich in den USA die Trump-Anhänger und in Deutschland zum Beispiel die Anhänger der AfD anhören.
Auf der anderen Seite Unverständnis: Wieso ist es Fremdenhass, wenn man seine Grenzen schützen will? Wieso ist es Xenophobie, wenn man mit seiner Arbeit und Steuern keine Fremden mitfinanzieren möchte? Warum ist es Fremdenfeindlichkeit, wenn man aus Angst vor Übergriffen seine Kinder abends nicht mehr auf die Straße lassen will? Warum ist es Homophobie und Transphobie, wenn man gender-neutrale Sexualerziehung in Kindergärten und Grundschulen ablehnt?
Umgekehrt drängt sich ein Verdacht auf, dass nicht diejenigen, die ihre Kultur und Werte erhalten wollen, sondern diejenigen, die all dies überwinden wollen, jene sind, die von Hass und Phobien geplagt sind: Familienphobie, Heterophobie, Traditionsphobie, Heimathass, Selbsthass – all dies zeugt von emotionaler und intellektueller Heimatlosigkeit.
Wie sehr sich die emotionalen und ideologischen Fronten in Deutschland und Amerika erhärtet haben, zeigt sich daran, wie aggressiv die Debatten geführt und wie schnell Menschen isoliert werden, wenn sie nicht dem Meinungs-Mainstream folgen. Würden wir in einer offenen Diskussionskultur leben, wäre es nie zu einer solchen Radikalisierung der Debatte gekommen.


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