Dienstag hat die zweitstärkste Partei Italiens einen Gesetzesentwurf (Nr. 287) in Rom vorgelegt, mit dem in allen öffentlichen Gebäuden wie Schulen, Universitätsaulen, Büroräumen, Flughäfen, Bahnhöfen und Häfen ein Kreuz, oder genauer gesagt ein Kruzifix (Kreuz mit Corpus) aufgehengt werden soll.
»Das Kreuz ist Zeichen der christlichen Zivilisation und Kultur, in seiner Geschichte verwurzelt, und gilt als universaler Wert; unabhängig von einem religiösen Bekenntnis«, argumentieren die Befürworter den neuen Gesetzesentwurfes unter Führung Matteo Salvinis, dem neuen stellvertretenden Ministerpräsident und Außenminister Italiens.
Matteo Salvini – der in der Vergangenheit bei Demonstrationen öffentlich den Rosenkranz gebetet hat – möchte mit dieser Maßnahme einen kleinen Beitrag zur Erhaltung der christlichen Werte Italiens beitragen.
»Für die Geschichte und Tradition unserer Völker ist es unannehmbar, dass ein verbreiteter Säkularismus die republikanische Verfassung im Sinne einer jakobinischen Verpflichtung zur Entfernung des Kreuzes auslegen würde. Im Gegenteil bleibt das Kreuz für Tausende von Bürgern, Familien und Arbeitern das Symbol der Geschichte eines ganzen Volkes,« so Salvini.
Der Gesetzesentwurf besagt: »Die Löschung der religiösen Symbole, die unsere Gemeinschaft kennzeichnen, bedeutet, die Prinzipien infrage zu stellen, auf denen unsere Identität basiert. Minderheiten zu respektieren bedeutet nicht, auf die Symbole unserer Geschichte, Kultur und Tradition zu verzichten.«
Verstöße gegen die Kreuz-Vorschrift würden mit Geldstrafen von 500 bis 1000 Euro geahndet werden.
Über 96 Prozent der italienischen Bevölkerung wurde katholisch getauft, laut den Statistiken der Italienischen Bischofskonferenz »CEI«. Der Vatikan, einer der kleinsten Stadtstaaten der Welt und das Herz der katholischen Kirche, liegt in Rom, wo auch der Papst residiert. Bis 1870 war Rom – samt dem Kirchenstaat – im Besitz des Papstes bis im revolutionären »Risorgimento« der Papst enteignet wurde und die italienischen Regionen im Königreich Italiens als konstitutionelle Monarchie vereint wurden.


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