Ein Packt mit dem Teufel schließen? Oder sich jenseits aller Prinzipien bewegen? Wie soll man den jüngsten Schachzug der Kommunistischen Partei Chinas deuten? China hat tatsächlich eine Delegation der Taliban offiziell empfangen: sogar Chinas Außenminister Wang Yi persönlich!
Die Taliban beherrschen immer mehr Gebiete in Afghanistan, während die Regierungstruppen Kabuls auf dem Rückzug sind. Seitdem die ausländischen Truppen das Land schrittweise verlassen, rücken die islamistischen Fundamentalisten der Taliban, die sich in ihrer Radikalität kaum vom Islamischen Staat (ISIS/IS/DEASH) unterscheiden, immer weiter auf die Hauptstadt Kabul vor.
Sowohl die Taliban als auch die Regierung der Volksrepublik China scheinen sich sicher zu sein, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis sie an der Macht sind.
Chinas Außenminister Wang Yi erklärte am Mittwoch seinen neun Gästen der Taliban-Delegation, zu denen auch der Mitbegründer der Gruppe, Mullah Abdul Ghani, Baradar gehört, dass die Regierung in Peking erwarte, dass die Taliban »eine wichtige Rolle im Prozess der friedlichen Aussöhnung und des Wiederaufbaus in Afghanistan spielen wird«.
Den Taliban geht es darum, formal auszutesten, inwieweit eine von ihnen in Afghanistan gestellte Regierung ihrerseits im Ausland Anerkennung finden könnte.
Den Chinesen geht vor allem darum, dass von Afghanistan aus keine islamistischen Gruppen die Uiguren in Chinas Westprovinz Xinjiang unterstützen. Denn es gibt Auslands-Uiguren in Afghanistan, die von dort aus den Widerstand der Muslime in Xinjiang gegen das Regime in Peking unterstützen.
Somit zeigen die Taliban, dass sie dazu bereit wären, ihre Glaubensbrüder im Nachbarland zu verraten. Und die KPCh zeigt, dass sie ihre Prinzipien verrät und mit radikalen Islamisten zusammenarbeitet, wenn es darum geht, Vorteile daraus zu erzielen.


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