Die staatliche chinesische Reederei Cosco hat im September für 100 Millionen Euro 35 Prozent des Containerterminals Trollerort im Hamburger Hafen erworben [siehe Bericht »Tagesspiegel«]. Die Reederei ist ein verlängerter Arm der Kommunistischen Partei Chinas. Denn alle Mitarbeiter dort müssen Mitglied der Partei sein.
Das Problem ist grundsätzlich von großer politischer und wirtschaftlicher Tragweite. Während in der Volksrepublik China alle Häfen, Umschlagplätze, Reedereien und großen Schiffe in staatlicher Hand und somit in der Faust der Kommunistischen Partei sind, gehen die Chinesen selbst weltweit auf Einkaufstour, um sich Rechte an ausländischen Häfen zu sichern. Das betrifft vor allem Südasien und Europa. Der größte griechische Hafen Piräus bei Athen ist schon in chinesischer Hand. Auch Teile des größten europäischen Hafens (in Rotterdam) gehören den Chinesen.
Die Chinesen wollen den trans-eurasischen Handel zu Wasser und Lande kontrollieren. Daher wird das Neue-Seidenstraßen-Prinzip vorangetrieben. Die Chinesen gehen dabei wie bei einem Strategiespiel vor. Je mehr Schlüsselpunkte des Welthandels besetzt sind, desto mehr Macht und Sagen hat man in der Weltwirtschaft. Der Warenfluss zwischen China und Europa soll auch dann einwandfrei funktionieren, wenn bestimmte Staaten (zum Beispiel die USA) Sanktionen gegen China verhängen.
Die AfD-Fraktion in Hamburg hatte übrigens zuvor eine chinesische Beteiligung am Hamburger Hafen abgelehnt und die Absage des China-Deals gefordert [siehe Bericht »Freie Welt«]. Die anderen Parteien waren anderer Meinung und überhörten die Warnungen der AfD.


Add new comment