Julia Klöckner (CDU), Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft, ist überall in den Schlagzeilen. Sie hatte ein Video mit dem Nestlé-Deutschland-Chef Marc Aurel Boersch ins Internet gestellt. Dort plaudert sie mit ihm über gesunde Ernährung. Der Nestlé-Konzern wird als Vorreiter gesunder Ernährung dargestellt. Das finden parteiübergreifend viele Kritiker fragwürdig – noch fragwürdiger finden sie allerdings dieses Video an sich. Sie werden Klöckner Schleichwerbung vor.
Nestlé ist einer der größten Lebensmittelkonzerne der Welt. Er ist wegen oft in negativen Kontexten in den Schlagzeilen gewesen, zum Beispiel wegen unfairen Handelsbedingungen, Kinderarbeit auf Kakaoplantagen, Regenwaldzerstörung oder Trinkwasserabfüllung [siehe auch hier].
Die Produkte von Nestlé sind eher im Bereich der Fertigprodukte angesiedelt. Diese haben oft zu viel Salz und Zucker und Fette. Nestlé hat hier Verbesserungen angekündigt. Das wurde im Klöckner-Video gelobt. Viele Bürger sehen das allerdings als völlig verzerrt dargestellt. Nestlé sei garantiert kein Vorreiter, wenn es um gesunde Ernährung geht. Klöckner hätte vielmehr heimische Landwirtschaft und Bio-Produkte anpreisen sollen als den Nestlé-Konzern.
Das Video von Klöckner hatte zunächst kaum Aufsehen erregt, bis es von dem YouTuber Rezo entdeckt wurde. Dann geriet das Thema sofort in die Schlagzeilen. Der Vorwurf: Klöckner hätte ihr Video als Werbung für Nestlé kenntlich machen müssen.
Die Moral von der Geschicht': Schleichwerbung lohnt sich nicht. Besonders nicht, wenn sie von der Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft kommt.


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