[Siehe Video mit komplettem Gespräch HIER]
In einem ausführlichen Interview vor Publikum griff der ehemalige Hamburger Bürgermeister Klaus von Dohnanyi (SPD) scharf die westliche Politik in Bezug auf die Ukraine an.
Er kritisierte vor allen Dingen die Doppelmoral. Zwar führe Wladimir Putin einen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg gegen die Ukraine. Doch die Art und Weise, wie Putin in den westlichen Medien dargestellt werde, sei heuchlerisch.
Dohnanyi erinnerte an die zahlreichen Angriffskriege der USA wie zum Beispiel im Irak. Diese Kriege haben zu großen Tragödien und Verlusten an Menschenleben geführt. Dennoch werden die verantwortlichen US-Präsidenten wie beispielsweise George W. Bush bei weitem nicht so dargestellt wie Wladimir Putin.
Langfristig müsse man mit Russland so umgehen, dass es in Zukunft Partner bleiben (oder wieder werden) kann, und vor allem so, dass man einen Frieden schließen kann.
Dohnanyi ist dagegen, der Ukraine Waffen zu liefern, mit denen die Ukraine den Krieg auf russisches Territorium ausweiten könne. Dadurch würde der Krieg nur eskalieren und den Weg zum Frieden erschweren.
Dohnanyi erklärt: Eine Eskalation des Krieges in der Ukraine sei eine große Gefahr für die Ukraine, für Russland und für ganz Europa.
Aber: Eine Eskalation sei keine Gefahr für die USA!
Wie beim Ersten oder Zweiten Weltkrieg, beim Vietnamkrieg oder Irakkrieg würde der Krieg in der Ukraine und Osteuropa wieder fern vom Heimat-Territorium der USA stattfinden.
Daher sei es gefährlich, sich sicherheitspolitisch von den Entscheidungen eines Landes abhängig zu machen, das ungefährdet ist, wenn man selber am Abgrund steht.
Den Vorwurf an Russland, imperialistische Politik zu betreiben, hält Dohnanyi für gewagt, wenn man die Zahl der Kriege und Interventionen ansieht, die die USA geführt haben.


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