Der CDU-Politiker Kiesewetter, der sich stets für eine starke Unterstützung der Ukraine einsetzt und gegen die Friedensbewegung argumentiert, glaubt den ARD-ZEIT-Berichten zum Sabotage-Anschlag auf die Nord-Stream-Pipeline nicht [siehe Bericht »n-tv«]. Er hält es für unglaubwürdig, dass eine anonyme pro-ukrainische Gruppe hinter dem Anschlag stecken könnte.
Er glaubt nicht, dass eine kleine Gruppe von einer kleinen Yacht aus den Anschlag verübt haben kann. Das sei unwahrscheinlich. »So wie es aussieht, sind es staatliche oder quasi-staatliche Akteure«, äußerte sich Kiesewetter. Man bringe nicht mal eben mehrere 100 Kilogramm Sprengstoff auf 70 Meter Tiefe, erklärt er. Damit hat er sicherlich recht.
Doch was glaubt er stattdessen? Hält er die Recherchen von Seymour Hersh für wahrscheinlicher?
Nein. Er glaubt, die Russen stecken dahinter. Die These von der pro-ukrainischen Gruppe, die derzeit durch die Mainstream-Medien getrieben wird, sei seiner Meinung nach möglicherweise eine Finte der Russen, um von ihrer Schuld anzulenken. Es seien »bewusst falsche Spuren« gelegt worden. Dies sei die Masche des russischen »Informationskrieges«.
Schade, dass Herr Kiesewetter sich nicht die Mühe macht oder es nicht wagt, mal die Rolle der Amerikaner bei der Pipeline und deren kontinuierliche Opposition zum Nord-Stream-Projekt kritisch ins Auge zu fassen.
Denn die neue Geschichte wurde zuerst von der »New York Times« und »Washington Post« verbreitet. Und warum sollte ausgerechnet diese zwei russische Finten legen? Ist es nicht wahrscheinlicher, dass US-Dienste diese Nachrichten in die US-Medien lanciert haben? Die ARD und die ZEIT sind jedenfalls nur auf den Zug aufgesprungen, den die US-Medien in Gang gesetzt haben.


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