Premierminister will Zwangsgebühr für BBC abschaffen

Jetzt geht es dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk in Großbritannien an den Kragen

Immer konkreter werden die Pläne aus »Downing Street No. 10«, die BBC radikal zu verkleinern und die Zwangsgebühren des öffentlich-rechtlichen Rundfunks abzuschaffen. Stattdessen sollen die Konsumenten ein Abonnement abschließen können.

Wie die Londoner »The Times« und »The Sunday Times« berichteten, plant Premierminister Boris Johnson die Abschaffung der allgemeinen Rundfunkgebühren. Der Zwangsbeitrag soll weg. Stattdessen soll ein System mit Abonnements eingeführt werden, so der Plan, der in einem konkreten Papier der Presse vorliegt.

Der Premierminister hat am Wochenende die BBC wieder mit klaren Worten scharf kritisiert. Er hat versprochen, die zwangsweise erhobene Lizenzgebühr für das Fernsehen zu streichen. Die Zuschauer sollen stattdessen je nach Bedarf ein Abonnement bezahlen.

Außerdem will man den öffentlich-rechtlichen Rundfunk zwingen, sein Angebot zu verkleinern und einen Teil  der Radiosender zu verkaufen. Die Berater und Sprecher des Premierministers erklärten, dass sie nicht »nicht bluffen«, sondern ganz konkret das Finanzierungsmodell der BBC ändern und dessen Reichweite einschränken wollen.

Bei »CNN« fragt man sich bereits: Wird die BBC die nächsten 10 Jahre überstehen?

Wie die »Zeit« berichtete, hat der BBC-Vorsitzende David Clementi erst kürzlich davor gewarnt, das Finanzierungsmodell der BBC zu verändern. Die Umstellung auf ein Abomodell würde zu Umsatzeinbußen führen, die wiederum Einschnitte im Programm zur Folge hätten, erklärte er. Doch das strebt Johnson ja gerade an: Die BBC soll sich verkleinern.

Sven von Storch

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