Neue Coronavirus-Fälle in Baden-Württemberg und in Nordrhein-Westfalen zeigen, dass das Virus in Deutschland angekommen ist. Bei einem Patienten in Düsseldorf sei die Lage bereits kritisch. Er schwebt in Lebensgefahr.
Das Problem: Im Gegensatz zu den ersten Coronavirus-Fällen vor einigen Wochen, bei denen der Weg der Ansteckung rekonstruiert werden konnte und bei dem die Verdachtsfälle und tatsächlichen Infizierten rechtzeitig unter Quarantäne gestellt werden konnten, sind bei den neuen Fällen der Weg der Ansteckung und das Potenzial sowie das Ausmaß der bereits vorhandenen Verbreitung völlig unklar. Niemand weiß, wie viele sich vorher bereits angesteckt haben und welche Übertragungsketten bereits ausgelöst wurden.
Daher hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn nun zugegeben, dass Deutschland »am Beginn einer Coronavirus-Epidemie« steht [siehe Berichte »Welt«, »Tagesschau«]. Er erklärte gegenüber der Presse: »Ich komme immer mehr zu der Überzeugung: Die Wahrscheinlichkeit, dass diese Epidemie an Deutschland vorbeigeht, wird sich nicht erfüllen und sich nicht ergeben.«
Spahn erklärte, er habe seine Ministerkollegen aus den Bundesländern gebeten, die Pandemiepläne zu aktualisieren und gegebenenfalls in Kraft zu setzen. Außerdem habe er sich mit Vertretern aus dem Gesundheitssektor wie Ärzten, Krankenkassen, Kliniken, Apotheken und Pflegeeinrichtungen getroffen, um über angemessene Reaktionen auf die Verbreitung des Coronavirus zu beraten.
Über die weitere Verbreitung der Virusinfektion nach offiziellen Zahlen wird live auf einer speziellen Webseite der Johns-Hopkins-University berichtet.


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