Am kommenden Donnerstag tagen der Internationale Währungsfonds (IWF) und die Weltbank auf der indonesischen Insel Bali. Eines der großen Themen wird die Verschuldung sein. Das betrifft auch Deutschland. Denn der Finanz-Report (auch Weltwirtschaftsbericht genannt) des IWF gibt der Bundesregierung einen Schuss vor den Bug: Deutschlands Verschuldung sei zu hoch. Das Land lebe über seine Verhältnisse [siehe Berichte »Stuttgarter Nachrichten«, »Welt-Online«].
Verstärkt wird das Schuldenproblem, weil sowohl die FED (Federal Reserve Bank) als auch die EZB (Europäische Zentralbank) von einer Normalisierung der Zins-Politik ausgehen. Höhere Zinsen sind gut für Sparer und Anleger, schlecht für Schuldner. Auf die Bundesrepublik Deutschland kommen daher höhere Zinszahlungen zu.
Der IWF hat erweiterte Rechenmethoden angewandt, um die tatsächliche Finanzlage von Staaten und Volkswirtschaften genauer und realistischer bestimmen zu können. Nach dieser neuen Methode ist Deutschland im internationalen Vergleich massiv abgefallen. Die Finanzlage des Landes ist nicht stabil.
Ein weiterer Faktor, der sich auf den deutschen Finanzsektor auswirken könnte, sind die gesunkenen Wirtschafts-Prognosen für das nächste Jahr. Es wird davon ausgegangen, dass der Handelsstreit zwischen den USA und China auch Auswirkungen auf die deutsche Wirtschaft haben wird.
Die Bundesregierung widerspricht nicht. Sie hält die Warnung des IWF sogar für angemessen. Nun steht Finanzminister Olaf Scholz (SPD) unter Druck. Auf der IWF-Tagung will er für einen international stärkeren Schuldenabbau plädieren.


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