Das Netz ist eine Waffe: Man kann mit seinem Handy Geschehnisse filmen und ins Netz stellen, um die Welt zu informieren. Man kann sich auch über soziale Netzwerke zu spontanen Protesten oder Demonstrationen verabreden. Beides scheint das Regime in Teheran nicht zu wollen. Seit einigen Tagen wüten Proteste im Iran, hauptsächlich wegen der gigantischen Benzinpreiserhöhungen, aber auch gegen das Regime allgemein.
Die Sicherheitskräfte im Iran gehen gnadenlos gegen jede Form der Opposition vor. Nun gibt es seit mehr als fünf Tagen kein Internet mehr. Und es soll vorerst so bleiben, bis die Regierung in Teheran die Lage im Lande wieder unter Kontrolle hat. Die iranische Regierung gibt vor allem dem Ausland die Schuld, die Aufruhr angestachelt zu haben. Namentlich nennt das Regime die USA, Israel und Saudi-Arabien als Schuldige.
Beobachter befürchten, dass mit der Ausschaltung des Internets nicht nur die Versammlung von Oppositionellen erschwert werden soll, sondern dass im Schatten des Blackouts auch die Sicherheitskräfte schonungslos gegen die Opposition vorgehen könnten. Manche vermuten, dass in den letzten Tagen bereits Hunderte von Demonstranten und Oppositionellen getötet worden seien. Doch wegen der Netzsperre gibt es noch zu wenige Belege und Detailinformationen darüber.


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