Sie dürfen nicht mal per Briefwahl wählen

Herbstwahlen in Tschechien_ Bürger in Corona-Quarantäne verlieren Wahlrecht

Mit er Begründung, sie könnten die Wahlhelfer oder Beamte anstecken, sollen bei der kommenden Wahl in Tschechien Bürger in Corona-Quarantäne von der Wahl ausgeschlossen sein. Sie verlieren ihr Wahlrecht.

Nur Bürger, die nicht aufgrund des Coronavirus unter Quarantäne gestellt werden, können höchstwahrscheinlich im Herbst neue Senatoren und regionale Vertreter wählen. Zum ersten Mal seit der Revolution (1989) wird ein Teil der Bevölkerung das verfassungsmäßige Wahlrecht verlieren. Der Staat erwägt noch keine Verschiebung der Wahlen, es sei denn, die Zahl der Patienten mit Coronavirus ist höher als im Frühjahr. Doch genau dies ist jetzt passiert:  4.782 wurden infiziert, fast hundert mehr als Mitte April.

Aber die Politiker streiten bereits darüber, ob es richtig ist, einigen Menschen das Wahlrecht zu verweigern, und die Mehrheit fordert, dass eine Korrespondenzabstimmung schnell durchgeführt wird. »Wenn die regionale Hygienestation die Quarantäne anordnet, ist dies ein Hindernis für die Ausübung des Wahlrechts nach dem Wahlgesetz. In einem solchen Fall wählt man nicht und es gibt keine tragbare Urne«, sagte der stellvertretende Innenminister Petr Mlsna.

Gleichzeitig behauptet der stellvertretende Minister Petr Mlsna, der für die Verwaltung der Gesetzgebung, die staatliche Verwaltung und die territoriale Selbstverwaltung zuständig ist, dass derzeit niemand erwägt, die Wahl zu verschieben. »Die Situation müsste viel schlimmer sein als zum Zeitpunkt des Notfalls. Jetzt gibt es keinen Grund für uns, die Wahlen zu verschieben«, erklärte Deputy Mlsna.

Ihm zufolge basiert die Einschränkung des Wahlrechts auf der Verfassung und steht im Einklang mit dieser. »Es gibt Ausnahmen, in denen Sie kein aktives gesetzliches Wahlrecht ausüben können, wie z. B. bei angeordneter Quarantäne oder Tuberkulose. Dann wird man nicht mit der Straßenbahn zum Wahllokal des Bezirks fahren, um sich zu erinnern. Es ist absolut Standard«, erklärte Mlsna.

Auch die Anwälte der Anwaltskanzlei Frank Bold stimmen ihm zu: »Wenn Sie sich in Quarantäne befinden, ist dies ein Hindernis für die Ausübung Ihres Wahlrechts. Sie dürfen nicht zum Wahllokal kommen oder nicht in einer tragbaren Wahlurne abstimmen«, sagt das Büro des Büros, das sich viel mit Recht und Politik befasst.

Gleichzeitig bereitet sich der Innenraum auf mögliche Szenarien vor, unter denen die Wahlen stattfinden werden.


Patienten in Südkorea stimmten per Briefwahl ab


Die ersten Parlamentswahlen nach der Epidemie in Europa fanden in Serbien statt, nämlich im Parlament. Die Wahl war ursprünglich für den 26. April geplant, musste jedoch aufgrund einer Coronavirus-Pandemie auf den 21. Juni verschoben werden. Die serbischen Wahllokale waren mit Desinfektionsmitteln und Vorhängen ausgestattet, die die Wähler tragen müssen. Sie können sie für kurze Zeit ausziehen, wenn ihre Identität überprüft werden muss.

Ein Beispiel, bei dem die Wahlen trotz der Pandemie erfolgreich durchgeführt wurden, ist Südkorea. Vor der Wahl gab es Befürchtungen einer geringen Wahlbeteiligung, die jedoch nicht bestätigt wurden. Patienten, die wegen COVID-19 behandelt wurden, hatten die Möglichkeit, über Briefwahl abzustimmen. In Wohnzentren mit Menschen mit leichten Infektionssymptomen wurden spezielle Wahllokale eingerichtet, in denen den Infizierten Wahlbeamte in Schutzanzügen zur Verfügung standen.

Sven von Storch

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