Die Grenze zwischen der Volksrepublik China und Indien ist an vielen Stellen unklar. Vor wenigen Wochen gab es Grenzscharmützel an einem Bergpass, dort wo der Himalaya auf das Karakorum stößt. Auf indischer Seite starben 20 Grenzsoldaten. Die Verluste der chinesischen Seite wurden nicht bekannt gegeben. Als Reaktion darauf hat die Indische Union rund 50.000 weitere Soldaten an die Grenze verlegt.
China reagiert ebenfalls mit Truppenaufstockungen in den umstrittenen Grenzregionen. Außerdem belegen Satelliten-Bilder, dass auf chinesischer Seite neue Militäranlagen an der Grenze errichtet werden.
Chinas aktuelle militärische Auseinandersetzungen mit Indien entlang der Grenze zum Himalaya dauern jetzt schon 15 Monate und werden weiter intensiviert. Immer mehr Soldaten und Waffen werden zusammengezogen. Der indische Geostratege Brahma Chellaney sieht ein erhöhtes Risiko, dass ein weiteres Grenzgefecht einen Krieg entfachen könnte.
Die Truppenbewegungen auf dem indischen Subkontinent würden nahelegen, so Brahma Chellaney, dass Indien den militärischen Bedrohungs-Fokus von Pakistan auf China lenkt. Die KPCh werde also mittlerweile als größere Bedrohung aufgefasst als die Muslime des verfeindeten Nachbarstaates Pakistan.
Indien sei, so Chellaney, aktuell im Vorteil, da es sich auf eine Abschreckung gegen China konzentrieren kann, zumindest so lange Pakistan ruhig ist. Die KP Chinas dagegen ist auf eine militärische Konfrontation mit Taiwan und gegen die USA fokussiert, ebenso auf die Flottenaktivitäten im Südchinesischen Meer und die Uiguren in der Provinz Xingjiang und so weiter. Bei einem plötzlichen Grenzkrieg mit Indien wäre China also im zumindest zeitweise Nachteil. Die KPCh könnte das Gesicht verlieren, wenn bei einem Grenzkrieg kein schneller Sieg erreicht würde.


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