Die Nerven bei der französischen Regierung sowie bei der Polizei und Justiz liegen blank. Das zeigt sich immer wieder an den Überreaktionen. Die französische Öffentlichkeit reagiert empört und verärgert.
Dies zeigte sich in diesen Tagen bei der Festnahme eines der Gelbwestenanführer. Der Lkw-Fahrer Éric Drouet wurde von der Polizei festgenommen [siehe Berichte »Deutsche Welle«, »MDR«]. Nach Angaben seines Anwalts bestand sein Vergehen darin, »Kerzen im Gedenken an die (zehn) gestorbenen 'Gelbwesten'-Opfer am Concorde-Platz in Paris« aufgestellt zu haben. Der Anwalt drängte auf sofortige Freilassung seines Mandanten. Dieser kam tatsächlich später wieder auf freien Fuß. Éric Drouet ist der Überzeugung, dass die Festnahme politisch motiviert gewesen sei. Vermutlich sollen so andere Gelbwesten-Demonstranten eingeschüchtert werden. Verschiedene oppositionelle Politiker sprachen von Machtmissbrauch seitens der Regierung.
Éric Drouet war während der Proteste schon einmal festgenommen worden. Er hatte einen Stock bei sich gehabt. Dies wurde von der Polizei als »verbotene Waffe« gewertet. Im Fernsehen soll Drouet dazu aufgerufen haben, in den Präsidentenpalast einzudringen. Das war wohl eher revolutionäre Rhetorik. Doch seitdem hat der französische Staat Drouet unter genauer Beobachtung.
Für das kommende Wochenende sind neue Gelbwesten-Proteste angekündigt worden.


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