Spinnt Merz jetzt völlig?

Friedrich Merz hält Eingriff der NATO in den Ukraine-Krieg für möglich

Wenn sich die Lage zuspitze und Kämpfe um Atomkraftwerke beginnen, sei ein Eingreifen der NATO in den Krieg nicht mehr auszuschließen, meint Merz. Hat dieser Atlantik-Brücken-Mann die Gefahr eines Atomkrieges völlig aus den Augen verloren?

Das, was die Welt von einem Dritten Weltkrieg oder gar einem Atomkrieg noch abhält, ist die Tatsache, dass die NATO nicht aktiv in den Krieg eingreift. Alles läuft über Sanktionen und Unterstützung der Ukraine durch Waffenlieferungen. Das gilt zumindest offiziell (noch). Und es gilt, solange kein NATO-Staat direkt durch Russland angegriffen wird.

CDU-Chef und Transatlantiker Friedrich Merz, der schon während des ganzen Konfliktes sich als Falke entpuppt, sagt nun, dass die Beschädigung eines Atomkraftwerkes in der Ukraine auch als Angriff auf die Sicherheit des Westens verstanden werden und somit einen direkten Eingriff der NATO rechtfertigen könne [siehe Bericht »SPIEGEL/MSN«].

Was soll die Logik dahinter sein? Einen Atomkrieg riskieren, um ein Atomkraftwerk zu schützen? Warum sollten Russen oder Ukrainer mit Absicht ein Atomkraftwerk schädigen wollen, zumal diese Kraftwerke nahe der russischen Grenze stehen? Warum sollten die Russen sich selbst verstrahlen wollen? Warum wird überhaupt von Leuten nach Argumenten gesucht, um ein direktes militärisches Eingreifen der NATO zu rechtfertigen? Ist sich Merz überhaupt der Konsequenzen bewusst?

Sven von Storch

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