Angst vor KI-Abhängigkeit vom Ausland

Französischer Geheimdienst DGSI ersetzt Palantir-Software durch französische Software-Alternative

Die französische Regierung befürchtet, von ausländischen Tech-Firmen abhängig und ausspioniert zu werden. Der französische Inlandsgeheimdienst ersetzt die Software von Palantir durch eine französische Software.

Symbolbild zur Palantir Software

Laut Berichten von "The Guardian" und "Bloomberg"  beendet der französische Inlandsgeheimdienst DGSI schrittweise die langjährige Zusammenarbeit mit dem US-Unternehmen Palantir. Stattdessen setzt die Behörde auf die französische Firma ChapsVision, um Abhängigkeiten von amerikanischer Technologie zu reduzieren.

Strategischer Wechsel mit hohem Einsatz

Premierminister Sébastien Lecornu kündigte die Entscheidung an und betonte, Frankreich könne keine neuen strategischen Abhängigkeiten im digitalen Bereich akzeptieren. Die Regierung investiert 655 Millionen Euro in die Entwicklung und den Ausbau eigener KI-Systeme. ChapsVision liefert mit seiner Plattform ArgonOS eine leistungsstarke Alternative für die Analyse großer Datenmengen. 

Palantir hatte seit rund zehn Jahren Tools für die DGSI geliefert und erst Ende 2025 einen Vertrag bis 2028 verlängert. Der Wechsel soll über mehrere Jahre erfolgen, um Betriebsunterbrechungen zu vermeiden.

Europäischer Trend zur Tech-Unabhängigkeit

Der Schritt passt in eine breitere europäische Entwicklung. Auch deutsche Behörden wie das Bundesamt für Verfassungsschutz greifen inzwischen auf ChapsVision zurück. Ziel ist es, sensible Sicherheitsdaten nicht länger primär von US-Anbietern verarbeiten zu lassen.

Kritiker sehen in der Entscheidung ein klares Signal für technologische Souveränität. Befürworter betonen die Notwendigkeit, in Zeiten geopolitischer Spannungen unabhängiger zu agieren. Der Übergang bleibt jedoch komplex und wird die DGSI vor technische und organisatorische Herausforderungen stellen.

Frankreich positioniert sich damit als Vorreiter bei der Stärkung europäischer Alternativen im sensiblen Bereich der Geheimdienstarbeit.

Sven von Storch

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Kommentare

Ekkehardt Fritz Beyer

18.06.2026 | 09:09

... „Frankreich positioniert sich damit als Vorreiter bei der Stärkung europäischer Alternativen im sensiblen Bereich der Geheimdienstarbeit.“

Was m. E. auch für Deutschland angebracht wäre, denn: 

„Künstliche Intelligenz wird politisch beeinflusst, indem Regierungen, Parteien und Tech-Konzerne rechtliche Standards setzen, Trainingsdaten filtern und Algorithmen programmieren. Diese Einflussnahme bestimmt, welche Narrative gefördert oder zensiert werden und wie politische Entscheidungen, Überwachungssysteme und Wahlkämpfe funktionieren“!!!!!!! ...

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