Seit Monaten halten die Prosteste der sogannten Gelbwesten Frankreich in Atem. Es sind vor allem Demonstranten aus der bürgerlichen Mittelschicht, die gegen Macrons Reform- und Steuerpolitik protestieren.
Doch seit Ende November formiert sich eine Gegenbewegung: die sogenannten »roten Tücher« [siehe Berichte »lavangardia«, »Le Figaro«]. Diese Gegenbewegung will ihren Unmut über die Proteste kundtun und für den Erhalt der staatlichen Ordnung demonstrieren. Doch bislang ist diese Organisation auf den Straßen kaum zu sehen. Sie ist mehrheitlich ein Internet-Phänomen. Die Facebook-Seite der »Rottücher« (»Foulards Rouge«) hat immerhin rund 35.000 Follower.
Im französischen Internet gibt es wilde Spekulationen und Diskussionen darüber, wer wirklich hinter den Rottüchern steckt und ob es sich wirklich um eine genuine Bügerbewegung handelt. Der Gründer soll ein sozialistischer Gewerkschafter sein. Manche sehen darin eine sozialistische Gegenbewegung zu den Gelbwesten, andere vermuten gar eine »von oben« gesteuerte Opposition dahinter, um die Bewegung der Gelbwesten zu schwächen. Immerhin ist es verwunderlich oder gar verdächtig, dass mittlerweile die französischen Mainstream-Medien die Diskussion zu den Rottüchern vorantreiben.
Ende Januar wollen die Rottücher einen großen Protestmarsch in Paris organisieren. Dann wird sich zeigen, ob es sich tatsächlich um eine große Bewegung handelt.


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