Obwohl sie offiziell zu Dänemark gehören

Faröer-Inseln wollen nicht in die EU

Sie weigeren sich hartnäckig, der EU beizutreten, obwohl sie unter der Hoheit des Königreichs Dänemark stehen. Die Färinger sind dänische Staatsbürger, aber keine EU-Bürger. Und sie wollen auch keine werden.

Die Faröer-Inseln bieten neben Norwegens Provinz Lofoten und Island die schönsten Insellandschaften des europäischen Nordmeeres. Wie Norwegen gehören auch die Faröer-Inseln nicht zur EU. Das ist insofern verwunderlich, weil sie nur semi-autonom sind und zum Staat Dänemark gehören, der wiederrum EU-Mitglied ist. Die Färinger sind also dänische Staatsbürger, aber keine EU-Bürger.

Immer wieder wird die Debatte angestoßen, ob die Faröer-Inseln nicht doch Teil der EU werden wollen. Die Färinger haben ihre eigene lokale Regierung, ihre eigene Flagge und einen stark ausgeprägten Sinn für Eigenständigkeit; und dass, obwohl man auf den Inseln erheblich von Importen aus der EU abhängig ist, zumindest, was die Konsumgüter betrifft.

Die Färinger beobachten genau, warum Norwegen nicht der EU beitritt und warum Großbritannien austreten will.

Der Hauptgrund für die Färinger, der EU fernzubleiben, sind die Vorschriften, die den Wal- und Fischfang betreffen. Für die Färinger sind dies neben der Schafszucht die wichtigsten Einnahmequellen. Außerdem sind der Fisch- und Walfang für die Grundversorgung der Bevölkerung mit tierischem Eiweis notwenig. Seit Jahrhunderten weiß man, dass man sich zur Not sich aus dem Meer ernähren kann. Die EU würde mit ihren Vorschriften den Walfang verbieten und den Fischfang einschränken. Im Notfall wären die Färinger dann von Hilfen aus der EU abhängig. Das will man nicht.

Und so bleiben diese unbeugsamen Nachfahren der Wikinger fern der EU. Ein Beispiel für andere?

Sven von Storch

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