Es ist immer wieder erstaunlich, wie scheinbar auf Knopfdruck ein Begriff geprägt und dann medial wiederkäut wird, bis es auch der letzte Medienkonsument verdaut hat. Von der Clinton-Kampagne bis zur EU lautet der neue Feind: mutmaßliche Falschmeldungen im Internet.
Nun hat sich EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker wieder zu Wort gemeldet. Wie FAZ, Spiegel-Online und Tagesschau.de berichteten, forderte er von den Internetgiganten mehr eigenes Engagement gegen "Fake News". Es sei, so heißt es, in ihrem eigenen Interesse, einen gewissen "Ehrgeiz" zu entwickeln, um glaubwürdig zu bleiben. Auch EU-Politiker Martin Schulz hatte kürzlich in dasselbe Horn geblasen.
Es ist interessant zu sehen, wie jahrelang es der Politik so ziemlich egal war, wenn etwa Persönlichkeitsrechte durch Falschmeldungen verletzt wurden und man mit allen juristischen Mitteln Sturm laufen musste, um beispielsweise falsche Google-Einträge löschen zu lassen.
Doch seit einigen Monaten läuft eine sonderbare PR-Medienkampagne gegen soziale Netzwerke und alternative Medien. Interessant ist diesbezüglich auch, dass immer wieder russischen Webseiten und Nachrichten-Medien die Verbreitung von "Fake News" unterstellt wird - bis hin zur neuerlichen Behauptung von Clinton, Russland habe den Wahlkampf von Trump unterstützt.
Damit ist längst klar, dass die Anti-"Fake News"-Kampagnen Teil des Propagandakrieges sind, von dem die Politiker in Washington seit Jahren sprechen.


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