Anhörung vor dem US-Kongress, zwei Welten trafen aufeinander: Die Politiker des US-Kongresses und der Facebook-Chef Mark Zuckerberg. Übersetzt: New Tech trift auf Old Washington. Lange Zeit konnte Mark Zuckerberg sein Geschäftsmodell durchziehen, ohne dass ihm irgendjemand gefährlich werden konnte.
Doch das änderte sich schlagartig mit der Krise um Cambridge Analytica. Denn die dort anderweitig genutzten Facebook-Daten sollen angeblich für die Brexit-Kampagnen und für den Trump-Wahlkampf missbraucht worden sein. Das ist für den US-Kongress ein rotes Tuch.
Die Anhörung von Mark Zuckerberg im US-Kongress hätte zur Aufklärung beitragen können. Doch das tat sie nicht. Zuckerberg kam mehr oder weniger ungeschoren davon. Warum? Weil die US-Abgeordneten, die ihn befragten, keine Ahnung von der Welt des Internets haben. Die Fragen waren hilflos und naiv.
Nur ein einziges Mal konnte Zuckerberg ein wenig entblößt werden: als ein Abgeorneter ihn fragte, ob er nennen wolle, in welchen Hotel er zuletzt genächtigt habe. Zuckerberg verweigerte die Antwort. Die Frage war eine rhetorische Falle. Denn von Millionen Facebook-Nutzern lässt sich kinderleicht feststellen, in welchem Hotel sie zuletzt genächtigt haben. So ist klar geworden, dass Zuckerberg selbst seine Privatsphäre nicht so leicht teilen möchte, wie es die Nutzer von Facebook tun. Und das übrigens nicht immer wissentlich. Denn auch wenn man von seinem Hotel-Aufenthalt nichts postet, kann Facebook trotzdem wissen, wo man war, wenn man mit dem Hotel via Facebook kommuniziert hat. Dementsprechend wird anschließend die passende Werbung eingeblendet.
Zuckerberg schaffte es, den Abgeordneten zu erklären, dass der Fall mit Cambridge Analytica ein Fehler war, der sich nicht wiederholen dürfe. Er zeigte Reue. Oder er spielte sie vor. Aber mehr Konsequenzen wird es wohl nicht geben. Vorerst.


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