Die Abschaffung des Bargeldes kommt auf leisen Sohlen, aber sicheren Schrittes. Auch wenn niemand offiziell dieses Ziel offen zugibt: Von allen Seiten werden Weichen gestellt, die dieses Ziel langfristig zur Folge haben. So die weltweiten Bemühungen um die Einführung digitalen Geldes.
Die Europäische Zentralbank (EZB) leitet am 12. Oktober das Konsultationsverfahren über die Einführung des digitalen Euro ein [siehe Berichte »Wirtschaftswoche«, »web.de«, »Handelsblatt«].
Die EZB-Präsidentin Christine Lagarde betonte vor einer Woche im Vorwort eines 50-seitigen Reports, Europa müsse bereit sein, einen digitalen Euro einzuführen.
Die EZB gibt als Grund an, von China unter Druck gesetzt zu sein, denn die Chinesen haben dieses Jahr ebenfalls eine Testphase für den digitalen Yuan begonnen. Und aus den USA kam die Ansage von Facebook, eine digitale Währung zu testen. Damit hat eine Art Wettrüsten der digitalen Währungen begonnen. Parallel wird das Bezahlsystem per Smarthone-Handy ausgebaut.
All diese Entwicklungen entziehen dem Bargeldverkehr langsam aber sicher den Boden. Professor Thorsten Polleit, Chef-Volkswirt der Degussa, befürchtet, dass diese Entwicklung der Verstaatlichung des Kreditmarktes und der totalen Überwachung der Bürger Tür und Tor öffnet.


Add new comment