Der erfahrene Motoren-Experte und Automobil-Entwickler Professor Fritz Indra warnt in einem Interview mit dem »Focus« vor der E-Auto-Strategie der deutschen Industrie und Politik.
Es werden seit einem Jahr immer weniger neue E-Autos zugelassen. Der Peak beim E-Auto-Kauf sei schon überschritten. Bis 2030 würden aller Voraussicht nach weniger als 5 Millionen E-Autos in Deutschland fahren. Damit verpasse die Politik ihr Ziel: Denn die Ampel-Regierung wünscht sich mindestens 15 Millionen E-Autos bis 2030.
Dies allein sei schon Grund genug, das EU-Verbot für neue Verbrenner-Autos ab 2030 zu kippen. Für etwa 85 Prozent der Kunden sei das E-Auto nicht geeignet, erklärt Prof. Indra.
Viele Materialen der E-Autos lassen sich nicht recyclen. Außerdem sei die Lebensdauer viel kürzer. Während Verbrenner-Autos viele Jahrzehnte genutzt und repariert werden und als Gebrauchtwagen weiterverkauft werden können, hätten E-Autos nur eine kurze Lebensdauer von manchmal weniger als einem Jahrzehnt.
Ein Batteriewechsel reiche oft nicht und sei extrem teuer. Kurz: E-Autos halten so lange wie ihre Batterie. Es würde fast niemand auf die Idee kommen, in ein E-Auto, dass älter als 8 Jahre ist, eine neue Batterie einzubauen. So sind E-Autos deutlich weniger nachhaltig als Verbrenner-Autos.
Am Ende seien die Kunden über den enorm hohen Wertverlust ihres Autos entsetzt. Denn nur wenige Händler nehmen gebrauchte E-Autos zurück. Auch die Reparaturkosten sind bei E-Autos deutlich höher als bei Benzinern oder Diesel-Fahrzeugen.
International sei zudem der Wettbewerbskampf in der E-Mobilitäts-Industrie gegen die Chinesen verloren, weil sie sich alle notwenigen Rohstoffe gesichert haben.
Und nun drohen die Chinesen auch bei der Verbrenner-Technologie die Europäer zu überholen. Denn wenn die deutsche Automobil-Industrie durch die günstigeren E-Motoren aus China darauf setzt, Motoren aus China zu importieren, wird der Technologie-Vorsprung bei den Verbrenner-Motoren auch verloren gehen, da die ganze Zuliefererindustrie der Verbrenner-Autos bei geringerer Auftragslage ebenfalls in Schieflage gerät.


Add new comment