Macron, Merkel, Gabriel, Steinmeier, Juncker und Nahles können noch so sehr von der EU schwärmen, in der europäischen Bevölkerung wächst die Skepsis gegenüber dem bürokratischen Monstrum in Brüssel.
Nach jüngsten Umfragen könnten die EU-kritischen Parteien bei der nächsten Wahl zum EU-Parlament kräftig an Stimmen gewinnen [siehe Bericht »Welt«]. Die Umfragen waren in Deutschland und Österreich von INSA, in Italien vom Meinungsforschungsinstitut SWG, in Spanien von SigmaDos, in Frankreich von Ifop und in Polen von IBRIS erhoben worden.
Besonders die ENF-Fraktion, zu der auch die österreichische FPÖ, die französische »Rassemblement National« (Nachfolgerin des Front National) und die italienische Lega gehören, könnte stimmen hinzugewinnen. ENF steht als Fraktionskürzel für ein »Europa der Nationen und der Freiheit«.
Stark verlieren könnten hingegen die Fraktionen der Konservativen (wie zum Beispiel die EVP-Fraktion, zu der auch die CDU/CSU gehört) und die europäischen Sozialdemokraten (zu der auch die SPD gehört).
In Deutschland könnten die Stimmenverteilung zur EU-Wahl nach jüngsten Umfragen folgendermaßen ausfallen (zum Vergleich mit Angaben der letzten Wahlergebnisse von 2014):
CDU/CSU: 29 % (zuvor 35,3 %)
SPD: 16 % (zuvor 27,3 %)
Grüne: 15 % (zuvor 10,7 %)
AfD: 12 % (zuvor 7,1 %)
Linke: 9 % (zuvor 7,4 %)
Demnach würden in Deutschland vor allem die Union und die Sozialdemokraten an Stimmen verlieren, während die kleineren Parteien zulegen.


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