Landwirte blockierten aus Protest wichtige Straßen und Autobahnen

Erneute Bauernproteste in Frankreich: Regierung will massenhaft Kühe töten

Weil sich eine Krankheit unter Kühen und Rindern ausbreitet, planen die Regierung und die Behörden Massen-Keulungen und Massen-Impfungen der Tiere. Die Landwirte wehren sich und halten die Maßnahmen für überzogen.

Bauernprotest in Frankreich


Französische Landwirte protestieren massiv mit Autobahnsperrungen und Traktor-Kolonnen gegen die staatliche Handhabung eines Ausbruchs der Kuhpockenkrankheit (Lumpy Skin Disease) bei Rindern. Die Kuhpockenkrankheit ist unter Rindern zwar ansteckend, aber nicht auf Menschen übertragbar.

Die Hauptkritik richtet sich gegen die Massenkeulung gesunder Tiere nach dem Nachweis einzelner Infektionen. Die Proteste fanden vor allem im Südwesten Frankreichs statt, wo Landwirte mit Traktoren wichtige Straßen und Autobahnen blockierten, wodurch der Verkehr zum Erliegen kam. Zusätzlich wurden Reifen und Wände in Brand gesetzt, was zu dichter Rauchentwicklung führte. Insgesamt waren rund 150 Kilometer einer wichtigen Autobahn gesperrt.

Proteste gegen Massenkeulung von Kühen und Rindern

Die Landwirte argumentieren, dass das Schlachten ganzer Herden bei nur einem positiven Fall sinnlos und übertrieben sei. Gesunde Tiere würden unnötig getötet. Zu oft schon wurden Landwirte zu drakonischen Maßnahmen gezwungen, die immer die Schwächung der landwirtschaftlichen Betriebe zur Folge hatte.

Konflikte mit Behörden: Regierung setzt Polizei ein, um die Anordnungen durchzusetzen

Die Polizei begleitet die Veterinärteams, die die Tiere töten sollen, was zu heftigen Auseinandersetzungen mit den Bauern führt.

Die Bauern wehren sich und stellen politische Forderungen: Sie fordern ein schnelles Eingreifen der höchsten Regierungsebene – insbesondere von Premierminister und Präsident – um eine verantwortungsvolle Lösung zu finden.
  
Maßnahmen der Regierung: Massenimpfungen der Tiere und Gewinn für Big Pharama 

Neben der Keulung plant die Regierung die Impfung von rund 1 Million Rindern als Notfallmaßnahme, um die Ausbreitung in einem Umkreis von 50 Kilometern einzudämmen.

Es wird wahrscheinlich zu einer massiven Impfkampagne kommen, die möglicherweise zu Grenzschließungen und erheblichen wirtschaftlichen Auswirkungen führen würde.

Sven von Storch

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Kommentare

Ekkehardt Fritz Beyer

15.12.2025 | 10:00

Übertragungswege der Kuhpocken sind auch Tierärzte und Schlachtviehtransporte. Beim Öffnen der Ladeklappe fällt Kot

vom vorherigen Transport in den noch uninfizierten Stall.

Wolfgang Lammert

15.12.2025 | 11:01

Auf der Beliebtheitsskala liegt Macron bei 11 %. Wirtschaftlich geht es Frankreich noch schlechter als Deutschland. Wenn sich Außenkanzler Merz mit Macron und Starmer trifft, dann trifft sich dort das "unbeliebteste Trio" der europäischen Geschichte seit 1945. Dieses Trio hat überall die große Mehrheit gegen sich. In Ostdeutschland dürfte die Beliebtheit von Merz bei 10 % liegen.

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Außerhalb der EU sind diese Probleme längst bekannt...

Erst die afrikanische Schweinepest, die aus Osteuropa eingeschleppt wurde. Jetzt eine Rinderseuche... Das geht nicht mit rechten Dingen zu.

Johannes Friedrich

15.12.2025 | 14:20

So einen Irrsinn mit Massenschlachtungen gab es schon mal in den 90 Jahren, wegen der im Volksmund "Rinderwahnsinn" genannten BSE-Erkrankung von Rindern.

Die Massenkeulung von Tieren schon bei Auftreten von einzelnen Infektionen greift in der EU immer weiter um sich. Die Landwirte werden gezwungen hohe Verluste in Kauf zu nehmen und ihre wertvollen Zuchttiere sinnlos zu opfern. 

Dabei sind die Reaktionen der Behörden meist völlig überzogen. Es fehlt hier m. E. an der Courage von Behördenvertretern die Verantwortung für mildere Entscheidungen zu übernehmen. Es ist sozusagen ein Morden wegen flächendeckender behördlicher Feigheit. Das ist EU und diese EU kann weg. 

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