»Operation Frühlingsschild«

Erdogans Krieg gegen Assad eskaliert weiter

Assads Truppen gehen gegen islamistische und dschihadistische Milizen in Nordsyrien vor, die teils von der Türkei unterstützt werden. Erdogan antwortet mit einer fortlaufenden Gegenoffensive und will die Folgen auf Europa abwälzen.

Die türkische Militäroffensive »Operation Frühlingsschild« gegen syrische Regierungstruppen wird mit unverminderter Härte fortgesetzt. Der türkische Präsident Recep Tayyib Erdogan und der syrische Präsident Bashar al-Assad sind nun praktisch Kriegsgegner. Auf jede Offensive der einen Seite folgt die Gegenoffensive der anderen Seite. Erdogan nutzt türkische Verluste für Propaganda gegen Assad, aber auch gegen Europa.

Wie »n-tv« berichtete, hat es bei den jüngsten Militärhandlungen wieder neue türkische Verluste, Tote und Verletzte gegeben. Zuvor gab es massive syrische Verluste.

Die syrischen Regierungstruppen gehen seit Dezember mit militärischer Unterstützung Russlands verstärkt gegen die islamistischen und dschihadistischen Milizen in Idlib und in den benachbarten Provinzen Nordsyriens vor. Diese Milizen werden teilweise von der Türkei unterstützt.

Bei den Kämpfen sind rund eine Million syrische Zivilisten wieder Kriegshandlungen ausgesetzt. Erdogan will Flüchtlinge aus dieser Region direkt nach Europa lassen.

Wenn es so weiter geht, besteht die Gefahr, dass der syrische Bürgerkrieg, dessen Flammen gerade kleiner wurden, wieder auflebt und in einen syrisch-türkischen Krieg zwischen beiden Staaten übergeht. Das ist weder im Interesse der syrischen Bevölkerung, noch im Interesse der EU, USA, NATO oder Russlands. Doch das scheint Erdogan wenig zu kümmern. Für ihn stehen allein die türkischen Interessen im Vordergrund.

Sven von Storch

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