Charles Darwin wurde schon weitgehend aus dem Unterricht entfernt. Wie die österreichische Kronen-Zeitung berichtete, soll dafür jetzt das Thema »Dschihad« bzw. »Heiliger Krieg« in die Schulen eingeführt werden. Es gehe um »den inneren Kampf im patriotischen Kontext«.
Der Atheist und moderne Staatsgründer Mustafa Kemal Atatürk würde sich im Grabe umdrehen. »Heiliger Krieg« als Thema im Schulunterricht?
Nicht nur die Säkularen in der Türkei sind alarmiert. Auch die religiösen Minderheiten wie die Alewiten, die zwar auch Muslime sind, aber einen anderen Zugang zur Religion haben, sehen die Entwicklung mit Sorge. »Den Dschihad als eine Art Gottesdienst in Schulen zu unterrichten, steht im Einklang mit den Doktrinen der Terrormiliz Islamischer Staat und ist sehr gefährlich«, zitiert die Kronen-Zeitung den Präsidenten des Alewiten-Dachverbandes.
Präsident Recep Tayyib Erdogan sieht es als wichtig an, Patriotismus und Dschihad als inneren Kampf zu betrachten. Dies solle auch den Schülern vermittelt werden (siehe hierzu auch die Berichte der BBC und Daily Mail). Ein jeder solle sich um eine bessere islamische Gesellschaft bemühen. Genau hier liegt das Problem begraben: Was ist mit denen, die gar keine islamische Gesellschaft wollen, sondern eine Gesellschaft, die für alle Religionen offen ist?
Was wohl unsere Integrationsbeauftragte Özoguz dazu sagen würde? Vielleicht braucht die Türkei mehr »Diversity«, um vom Pfad des Fundamentalismus abzurücken?


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