Der Krieg in Syrien schien eigentlich fasst beendet. Der IS (Islamischer Staat) schien besiegt, die Region beruhigt, der Frieden wieder hergestellt zu sein. Die USA kündigten den Rückzug ihrer Truppen an. Die Russen hatten ihre Truppen in Syrien schon lange auf ein Minimum reduziert.
Doch nun muss Erdogan wieder Öl in Feuer gießen. Er lässt seine Truppen in Syrien einmarschieren. Seine Militärmaßnahmen in Syrien könnten den Konflikt wieder neu aufleben lassen. Erdogan geht es hierbei nicht um die Stabilisierung der Lage in Syrien. Er hat vielmehr ein anderes Ziel, nämlich die weitgehende Autonomie der Kurdengebiete am Rande der türkisch-syrischen Grenze zu zerschlagen.
Die Türkei sieht in den Kurden Syriens eine Bedrohung, weil viele mit den Kurden in der Türkei kooperieren. Einen Schulterschluss der syrisch-kurdischen YPG mit der türkisch-syrischen AKP soll auf alle Fälle zunichte gemacht werden, so die Ansicht von Recep Tayyip Erdogan.
Besonders tückisch: Unter den Bodentruppen, die in Syrien zum Einsatz kommen werden, sollen viele radikale Islamisten sein, die schon vorher in Syrien für Schrecken gesorgt haben [siehe Bericht »Welt«]. Der ganze Konflikt kann wieder neu aufflammen. Doch Erdogan scheint das egal zu sein.


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