Türkei will nicht, dass Europa die Militäroperation in Nordsyrien als Besetzung wertet

Erdogan droht mit Öffnung der Grenzen für Flüchtlinge nach Europa

Recep Tayyip Erdogan lässt die türkischen Truppen in Syrien operieren. Doch Europa darf das weder Invasion oder Besetzung nennen. Sonst werde er die Grenzen für Migranten nach Europa öffnen, droht Erdogan.

Türkisches Militär operiert im Norden Syriens, um kurdische Kämpfer der YPG aufzugreifen und die autonomen Kurdengebiete unter Kontrolle zu bringen, damit dort keine Kämpfer der PKK Unterschlupf finden.

Es glasklar eine Invasion. Aber die Türkei besteht darauf, dass die Militäroperation weder eine Invasion noch eine Besetzung genannt werden dürfen. Falls Europa seine Militäraktion verurteile und als Besetzung werte, droht er im Gegenzug mit einer Öffnung der Grenzen, um Flüchtlinge und Migranten in Massen nach Europa zu lassen [siehe Bericht »Al Jazeera«].

Allein die Tatsache, dass Erdogan Kritik an seiner völkerrechtswidrigen Aktion mit einer solche Drohung verbindet, spricht Bände. Auch der Fakt, dass in seinen Bodentruppen radikale islamistische Kämpfer mitmarschieren, zeigt, wie skrupellos Erdogan ist, wenn es darum geht, die Kurden in Syrien zu bekämpfen. Es besteht die Gefahr, dass die Region erneut destabilisiert wird.

Sven von Storch

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