Energiekrise ist noch lange nicht vorbei

E.On-Chef warnt vor Folgen des Atomausstiegs

Deutschland will seine letzten Kernkraftwerke abschalten, obwohl sie zu den modernsten der Welt gehören und die Energiekrise noch lange nicht überwunden ist. Am Ende hofft man auf Atomstrom aus Frankreich, beschwert sich E.on-Chef Birnbaum.

Deutschland gehört zu den Ländern mit den modernsten Atomkraftwerken. Doch die meisten wurden bereits abgestellt. Und die drei letzten verbliebenen sollen dieses Jahr folgen: Isar 2 (betrieben von der E.On-Tochter Preussen Elektra), Neckarwestheim (EnBW) und Emsland (RWE). Und das, obwohl die Energiekrise noch lange nicht vorbei ist und unklar bleibt, woher der Strom für die Verkehrswende kommen soll.

Der Chef von E.on, Leonhard Birnbaum, erinnert daran, dass Deutschlands Kerntechnologie besonders effektiv sei. Isar 2 sei in seinen insgesamt 35 Jahren Laufzeit zehnmal als das produktivste von weltweit rund 400 Kernkraftwerken ausgezeichnet worden. »Das ist Weltmeister-Technologie Made in Germany«, erklärte Birnbaum [siehe Bericht »Wirtschaftswoche«].

Der Ausstieg aus der Kernenergie im Frühjahr sei ein großer Fehler. Birnbaum beschwert sich: »Wir berauben Deutschland einer wichtigen Option, obwohl die Energiekrise noch nicht vorbei ist, und hoffen, dass die französische Kernkraft läuft. Das verstehe, wer will: ich nicht.«

Sven von Storch

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