Beim Thema Fachkräftemangel setzt die SPD auf Ideen, die schon in der Vergangenheit nicht funktioniert haben: SPD-Entwicklungsministerin Svenja Schulze will jetzt verstärkt auf Zuwanderung aus Entwicklungsländern setzen [siehe Bericht »WELT«]. Man müsse bei der Suche nach Fachkräften »die Entwicklungsländer stärker in den Blick nehmen«, erklärte sie gegenüber den Medien der Funke-Mediengruppe.
Hat diese Methode bisher gut geklappt? Waren die bisherigen Einwanderer aus den Entwicklungsländern größtenteils gesuchte Fachkräfte? Werden ihre Qualifikationen in Deutschland überhaupt anerkannt? Dreimal NEIN!
Schon nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion und des Warschauer Paktes hatte sich gezeigt, dass viele gut ausgebildete Menschen aus der UdSSR, Bulgarien, Polen, Ungarn usw. ihre Berufserfahrungen und Berufsabschlüsse in Deutschland nicht anerkannt bekamen. Lehrer, Ärzte, Ingenieure aus Moskau, Petersburg, Kiew, Warschau, Sofia, Kiew, Minsk oder sonstwo konnten in Deutschland nicht ihren Berufen nachgehen, musste umschulen oder oftmals unter ihrer Qualifikation arbeiten. Man erinnere sich an die russischen Atomphysiker, die in Deutschland Hilfsjobs annehmen mussten, weil sie zu Beginn keine ausreichenden Deutschkenntnisse hatten.
Und nun soll es bei Menschen aus den sub-saharischen Ländern anders sein? Von dort wird man wahrscheinlich am meisten rekrutieren wollen. Denn aus Ostasien werden sie wohl kaum kommen: Dort wollen die Menschen lieber nach China, Südkorea oder in die USA auswandern, nicht so sehr nach Deutschland.
Außerdem: Welches Interesse kann eine SPD-»Entwicklungsministerin« haben, den Entwicklungsländern die gut ausgebildeten Fachkräfte wegzunehmen, die dort dringender gebraucht werden? Schulze meint, dass man auf dieses Problem Rücksicht nehmen wolle. Man wird sie beim Wort nehmen müssen.


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